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Madeira im Dezember

Madeira im Dezember
Lesedauer 73 Minuten

Dieser Beitrag wird in nächster Zeit noch aktualisiert – tageweise teile ich hier unsere Erlebnisse unserer Reise nach Madeira im Dezember. Über das Inhaltsverzeichnis kommst du zu den einzelnen Tagen mit den entsprechend benannten Ausflügen. Die Insel ist bekannt für ihre Blütenvielfalt – deshalb versuche ich jeden Tag die „Blüte des Tages“ zu finden und sie hier vorzustellen. Falls du Fragen zur Insel hast, schreibe die ruhig in die Kommentare – vielleicht können wir sie im Laufe des Beitrages klären und nun los: Wanderhose, Regenjacke, Regenhose, Wanderschuhe, Stirnlampe und bissi Taschengeld dabei? Ab gehts:

Tag 1 Anreise Berlin – Flug nach Funchal

Eigentlich haben wir alles gut organisiert, Flug, Ferienwohnung, Mietwagen und auch einen Parkplatz am Flughafen gebucht und trotzdem bleibt die gewisse Aufregung am Anreisetag: Wird alles klappen?

Auf zum Parkplatz: Natürlich klappt nicht alles. Bei der versuchten Einfahrt ins Parkhaus am Flughafen Schönefeld will sich einfach die Schranke nicht öffnen. Der Parkplatz ist bereits bezahlt, eigentlich läuft das Öffnen der Schranke über Kennzeichenerkennung. Der kurze Blick in die Buchungsmail zeigt, dass ich mich um eine Stunde geirrt habe. Statt ab 7.00 Uhr haben wir erst ab 8.00 Uhr Einfahrt gebucht. Reicht ja eigentlich – 3 Stunden vor Flug. Also warten wir, bis die Zeit ran ist, beobachten wir in der Zeit, wie auf dem Flughafengelände reichlich Geld durch einen Blitzer gedruckt wird.

2. Versuch Schranke: Der nächste Versuch an der Schranke – dieses Mal will sie sich wieder nicht öffnen, jetzt werden wir etwas unruhig. Betätigen den Knopf „Hilfe“ – ein Mitarbeiter meldet sich und unterstellt uns doch glatt, wir hätten vor 20 Minuten ein Ticket gezogen. „Nein – das haben wir wirklich nicht.“ Wir wissen doch, dass wir aufgrund der Kennzeichenerkennung keins ziehen dürfen. Ergo: Die bloße Anfahrt an die Schranke hat quasi unsere Einfahrt entwertet. Er lässt uns ein Ticket raus und meint, wir sollen uns gleich mal am Kassenautomat melden – häh? Na gut – Auto geparkt und hin zum Kassenautomat. Dort wieder die Hilfetaste und dann lässt er uns ein Ticket für die Ausfahrt raus. Puh – im Eilschritt gehts nun weiter ins Flughafengebäude.

Koffer aufgeben: Als nächstes heißt es, die Koffer aufgeben. Dazu haben wir unser Flugticket mit dem QR-Code auf dem Handy, scannen das an einem der unzähligen Automaten ein und es kommt das Klebchen, welches wir am seitlichen Griff des Koffers befestigen. Dann stellen wir uns an, um den Koffer aufs Band zu stellen – eigentlich sind nur 3 Leute vor uns und es dauert gefühlt ewig. Alles nix für mich, ich habe permanent das Gefühl, dass ich den Flieger verpasse. Endlich sind wir dran. Koffer fix aufs Band gewuchtet, Klebchen mit der Scannerpistole abscannen und weiter….

Sicherheitskontrolle: Hier haben wir ja schon schlimme Erfahrungen gemacht, doch heute läuft es exorbitant gut. Es gibt wohl neue Geräte, das heißt, es muss absolut nix aus den Rucksäcken ausgeräumt werden. (also weder wie früher der Laptop, noch die Flüssigkeiten) – in 5 Minuten waren wir durch. Großartig – ab jetzt sind wir viel zu früh.

Auf zum Gate: Irgendwann erscheint auf den Monitoren, dass wir von Gate 35 abfliegen, der Flughafen ist weitläufig, 12 Minuten wird für die Strecke anberaumt. Ein erstes Foto – jetzt geht die Reise so richtig los:

Flughafen Schönefeld Flug nach Funchal
Wir warten auf Einstieg

Mit leichter Verspätung fliegen wir los. Der Easyjet Flieger ist weitestgehend ausgebucht, wir gönnen uns den obligatorischen Fliegercafe, für mich gibt es dazu einen Brownie, der ist sogar glutenfrei – Marcus wählt zum ersten Mal das „Snack-Menü“ (kleine Pizza, Blaubeermuffin und ein Kaffee) – alles zusammen: 18,00 Euro / im Flieger wird ausschließlich Visa- oder Debit-Kartenzahlung akzeptiert.

Cafe im Easy Jet Flieger nach Funchal
Costa Kaffee und Brownie im Easy Jet Flieger nach Madeira

Ab und an werfen wir einen Blick aus dem Fenster – die ganze Zeit sind wir über den Wolken, der Flug insgesamt sehr angenehm und ruhig.

Blick aus dem Flugzeug
Blick aus dem Flugzeug

Ankunft in Funchal

Madeira ist für seine spektakuläre Landebahn berühmt, der Anflug sensationell – vom Atlantik kommend schweben wir zwischen den Bergen ein. Für diese tollen Aufnahmen müsst ihr aufs Video warten, dass kann noch paar Wochen dauern.

Das Flugzeug landet und es gibt sogar Beifall – das es sowas noch gibt!

Flughafen Funchal - direkt nach Ausstieg
Flughafen Funchal – direkt nach Ausstieg

Ruckzuck stehen wir auf dem Flughafen – die Sonne lacht, angenehme Temperaturen empfangen uns. Weiter gehts, nun hoffen wir, dass unsere Koffer auch mitgekommen sind. Sind sie – keine Minute gewartet, rollen sie auf dem Laufband an uns vorbei. Klasse.

Die nächste Station ist der Mietwagen. Das ist etwas kniffliger. Wir haben bei Magic Islands gebucht. Laut auf dem Voucher angegebener Adresse, soll sich die Station außerhalb aber eben vorm Flughafen befinden. Das stimmt nicht.

Vor dem Flughafen ist ordentlich Gewimmel, unzählige Shuttlebusses holen ihre Gäste – unter anderem fahren sämtliche Vermietstationen und natürlich auch die Reiseanbieter und die einzelnen Hotels. Der Bus unserer Station ist erst mal voll, der Fahrer meint, er holt uns in 10 Minuten. Daraus werden etwa 20, dann geht es mit überhöhter Geschwindigkeit rasant über die Autobahn, irgendwo in eine Tiefgarage.

Dort erhalten wir unsere kleine weiße Nuckelpinne, die wir in Kürze hier mal vorstellen. Wir checken und dokumentieren die Beulen und düsen direkt zu einem Supermarkt. Gar nicht so leicht, sich für einen zu entscheiden, denn die üblichen Supermarktketten sind auf Madeira bisher nicht vertreten und so fällt die Wahl auf „Pingo Doce“. Ein Parkplatz ist quasi nicht wirklich vorhanden – ich springe aus dem Auto und Marcus kreiselt ein wenig. In Windeseile krame ich das Allernötigste zusammen.

Weiter gehts dann in die Unterkunft, welche sich etwa 50 Minuten vom Flughafen entfernt im Südosten der Insel im Ort Prazeres befindet.

Ursprünglich wollten die Vermieter uns persönlich empfangen, dann schreiben sie uns, dass die Tochter uns empfängt – als wir ankommen, ist niemand da. Hm. Wir schreiben nochmals – dann heißt es: Der Schlüssel steckt. Perfekt – warum nicht gleich so, das ist uns eh immer am liebsten. Der erste Eindruck der Wohnung ist toll. Richtige Wahl!

Ich drappiere unseren Einstiegseinkauf für ein Foto. Kostenpunkt: 51,00 Euro

Einkauf Madeira
erster Einkauf Madeira

Und dann neigt sich bereits der erste Tag – die Sonne geht unter.

Sonnenuntergang Madeira
Sonnenuntergang Madeira

Und gerade hatten wir uns noch ein kleines Abendbrot gemacht, klopft es an der Tür. Doch noch der Vermieter, der uns begrüßen möchte und uns brandheiß den kleinen im Dorf stattfindenden Weihnachtsmarkt empfehlen möchte.

Ich frage ihn, wie weit das von der Wohnung weg ist – „Mit dem Auto 5 Minuten“ – und jetzt kommts:

Ich frage: „Und zu Fuß?“

Meint er: „Zu kalt zum Laufen“. Herrlich oder? Er erklärt uns, dass nun Winter ist auf Madeira und 12 Grad am Abend einfach zu kalt ist. Finden wir irgendwie süß und lustig.

Ende vom Lied: Während wohl das halbe Dorf bis 2.00 Uhr auf dem Markt zu derbe wummernden Bässen rockt, schlafen wir gemütlich, wachen immer mal auf und wundern uns, wie lange diese Party geht.

Tag 2: Ortserkundung Prazeres / Levada Nova / Miradouro des Prazeres 

Den ersten vollständigen Tag wollen wir es ruhig und langsam angehen lassen, wir sind immer noch von den letzten Arbeitswochen und der Anreise müde. Erst mal ein schönes Frühstück. Wie fast immer im Urlaub gibt es Müsli und den ersten Blick bei Tageslicht aus dem Fenster:

Blick aus dem Fenster Madeira im Dezember
Blick aus dem Fenster

Dann wollen wir zum eigentlich immer sonntags stattfindenden Bauernmarkt. Der Ort liegt auf etwa 600 Meter, jeden Schritt, den man hier geht – läuft man entweder hoch oder runter. Das ist etwas ungewohnt und auch anstrengend. Doch das ist nicht das einzige, was direkt auffällt.

Die in Vielzahl vorhandenen, prachtvollen und hier frei lebenden blumigen Exoten holen uns direkt rein ins Madeira-Feeling. Für die Blumenvielfalt ist die Insel berühmt geworden. Ich werde noch viele zeigen – aber die erste „Blüte des Tages“ muss einfach der Madeira-Klassiker sein:

Die Strelitzien / Paradiesvogelblume / (Strelitzia reginae)

Strelitzien auf Madeira
Strelitzien auf Madeira

Madeira im Dezember könne wir als Mitteleuropäer uns nur schwer vorstellen – aber es ist ungefähr so: An den Bäumen in den Vorgärten hängen Zitronen, Orangen, Kaktusfeigen, Bananen. Wir sehen Adventssterne, um ein vielfaches größer als die, die wir zu Hause in unseren Töpfen haben. Achja und immer wieder schauert es, demzufolge gibt es einige Regenbögen:

Regenbogen auf Madeira
Regenbogen auf Madeira

Kurz bevor wir dann endlich den Markt erreichen, ertönt aus einem Vorgarten ein „Guten Morgen.“ Ach, ok – man sieht uns mal wieder an, woher wir kommen. Na ist ja nicht weiter schlimm. „Guten Morgen zurück.“

Und augenscheinlich haben wirklich alle am Vorabend gefeiert, der Markt ist leider zu. Macht nix, wir erkunden direkt weiter den Ort, denn ganz in der Nähe soll es eine Levada geben – Levada Nova.

Bevor wir dort ankommen, finden wir erst mal die Kirche „Igreja de Nossa Senhora dos Prazeres“. Mit den zwei markanten Türmen recht hübsch. Wir beschließen nochmal wiederzukommen, wenn die Adventsbeleuchtung an ist. Mal schauen, ob es klappt.

Kirche von Prazeres
Kirche von Prazeres

Nur wenige Kilometer von der Kirche entfernt finden wir die bereits oben erwähnte Levada. Unserer erste Levada in diesem Urlaub – einer von unzählig vielen Wasserkanälen zur Bewässerung wasserarmer Gegenden und ganz typisch für Madeira.

Levada Nova

Wir wollen nur mal kurz bissi gucken. Und wie fast immer bei uns, artet das kurz gucken minimal aus – wir laufen 4 Kilometer hin und die gleichen 4 Kilometer wieder zurück. Die Levada ist ganz angenehm zu gehen und darüber hinaus ist der hier befindliche Eukalyptuswald charakteristisch. Die Levadawanderungen sind Wanderungen auf dem Wartungspfad dieser Wasserkanäle – ursprünglich liefen hier oder laufen auch noch die Leute, die die Levadas in Schuss gehalten haben. Das wir Touristen uns diese Wege erobert haben, ist der reinste Luxus.

Die Levadas liegen in der Regel in schwer zugänglichem Gelände, häufig geht es steil am Hang hinunter. Diese Levada hat jedoch nur sehr wenige Stellen, die wir als leicht gefährlich einschätzen würden. Leicht gefährlich heißt ungesicherter Abhang aber immer noch genug Platz, um sicher laufen zu können.

Hier mal zwei Fotos als kurze Impression – mehr Details werde ich in einem gesonderten Beitrag ausführen. Das sprengt sonst den Rahmen hier.

Rechts ist Felsen, das Wasser in der Levada ist hier mehr als knöchelhoch, gelaufen wird links vom Wasser auf der Mauer. Die zwei markanten Baumstämme sind Eukalyptusbäume – da es immer wieder regnet riecht es wechselnd und in Nuancen entweder wie im Blumen- oder im Gewürzladen. Wirklich aromatischer Waldduft, ganz toll. Der Regen stört uns nicht weiter. Bei etwa 14° und immer wieder durchschimmernder Sonne trocknen wir auch recht schnell wieder.

Levada Nova bei Prazeres - Madeira im Dezember
Levada Nova bei Prazeres

Auf dem kommenden Bild siehst du einen kleinen Eindruck von „minimal gefährlich“. Absturz ist auf dieser Levada bei Unachtsamkeit möglich aber eher unwahrscheinlich. Natürlich ist der nasse Boden rutschig, auch das birgt ein gewisses Risiko, was für uns aber keine große Hürde dargestellt hat.

Madeira im Dezember
Levada Nova

Unweit dieser Levada gibt es das kleine „XS Café“ hier soll es laut google-Bewertung die für Madeira so typischen „Pastel de Nata“ geben. Natürlich ist die Kuchentheke gegen 14.30 schon ausgeräubert – aber ein Brownie, ein Apfelkuchen und zwei Cappuccino gab es noch. Kostenpunkt für alles: 9,90 Euro.

XS Cafe Prazeres
XS Cafe Prazeres

Am Abend erhoffen wir uns noch ein wenig Sonnenuntergang, der wird nahezu vollständig von einer dicken Regenwolke gekapert. Eine kleine Impression ist es noch geworden: Die Blüte des Tages sind diese fantastischen roten Blüten, sie gehören zur „Baum-Aloe“ oder auch „Fackel-Aloe“

Madeira im Dezember
Sonnenuntergang auf Madeira mit Baum-Aloe / Fackel-Aloe

 

Baum-Aloe / Fackel-Aloe / Madeira im Dezember
Baum-Aloe / Fackel-Aloe / Madeira im Dezember

In Summe bringt der Tag am Ende etwa 14 Kilometer Spaziergang samt einiger Höhenmeter auf die Uhr. Uups, das war so aber wirklich nicht geplant, vor allem die steilen Straßen merken wir ein wenig in den Beinchen.

Tag 3: Fanal, der Nebelwald und kurze Rundfahrt im Westen der Insel

Der Morgen startet hell, klar und sonnig – aber so wird der Tag nicht bleiben und das hat was mit unserem Tagesziel zu tun.

Denn eine Sache ging auf unserer letzten Madeirareise (2017) völlig an uns vorbei – der mystische, mittlerweile mehr als populäre, sagen wir mal eher übertouristisch besuchte Nebelwald bei „Fanal“. Wir wollen trotzdem hin und schwingen uns in unseren Mini-Rennschlitten, düsen etwa 20 Kilometer nördlich. Recht schnell sind wir im Gebirge, auf den Fahrbahnrändern liegt eine Menge Geäst und Gestein, welches der Regen der letzten Tage hinabgespült hat. Nebel hängt in den Bergspitzen, die Straße ist kurvenreich.

Irgendwann erreichen wir „Parking Fanal“. Es ist zwar noch Platz auf dem Parkplatz aber dennoch eine Menge los. Just als wir ankommen, lädt ein Bus eine Horde Touristen aus. Parken ist kostenfrei und es gibt ein WC.

Fanal Parking / Parkplatz Fanal
Fanal Parking / Parkplatz Fanal

Seit 1999 gehört der Lorbeerwald auf Madeira zum UNESCO-Welterbe, bei Fanal lässt dieser etwa hundertjährige Wald sich wohl am urtümlichsten erkunden, was in der Vergangenheit zu viele Touristen gemacht haben. Doch nicht nur das. Die knorrigen Bäume wurden unzählige Male als Fotospots missbraucht. Menschen sind auf die Bäume geklettert, dadurch nehmen die Bäume natürlich Schaden. Nicht weil einer mal klettert – hunderte, tausende Touristen.

Seit wenigen Wochen sind einige Areale eingezäunt – und genau dort startet unser ziemlich befremdlicher Spaziergang auf einem superschlammigen Weg.

Es sind übrigens 8° Grad – ich habe zu wenig Klamotten an aber immerhin einen heißen Tee dabei. Manche kommen in kurzen Hosen, barfuß, in Badelatschen. Sachen gibts.

Nebelwald Fanal - Einstieg in die Wanderung beim Fanal Parking
Nebelwald Fanal – Einstieg in die Wanderung beim Fanal Parkplatz

Mein erster Eindruck: Mir gefällt es gar nicht. Warum? Weil dieser Ort entzaubert ist. Kaum ist ein Baum nicht eingezäunt – kleben oder hängen die Leute wieder dran. Lernkurve = Null. Wir müssen uns stark zusammenreißen, nicht schon wieder als Blockwarte aufzutreten. Ist nicht unser Wald aber irgendwie tut es in der Seele weh, wie unachtsam Menschen sein können.

Trotzdem nehmen wir uns ein wenig Zeit, suchen Stellen, wo nicht allzu viel los ist und fotografieren ein paar der mystischen Baumgesellen, die mir dann doch noch sehr gut gefallen.

Der Nebel ist an dieser Stelle ganz typisch. Nördlich der Gebirgskette steigen die Wolken auf und ziehen dann über die Bergkuppe – hüllen damit die Bäume planbar ein.

Fanal Nebelwald
Nebelwald bei Fanal / Madeira im Dezember

Und auch diese Komposition mit dem bemoosten Boden hat mir sehr gut gefallen:

Fanal Nebelwald
Nebelwald Fanal und Moose

Das einige Bäume dem Tod geweiht sind, verraten die fleißig am Stamm nagenden Zersetzerpilze – die lieben Judasohren, die sich hier aufgrund der Feuchtigkeit mächtig vollgesogen haben und deshalb etwas mehr aufgequollen aussehen.

Judasohren auf Madeira
Judasohren auf Madeira

Und auch ohne Nebel sehen die alten, knorrigen Bäume wunderschön aus:

Wald bei Fanal

Nach gut 2,5 Stunden beschließen wir uns auf die Suche nach einem Happen zu essen zu machen. Google sagt, in ca. 10 km gäbe es ein kleines Bistro. Das steuern wir an und wer hätte gedacht, dass wir mal wieder eine Zeitreise machen.

Wir nehmen das einzige Essen, was es gibt. Ein im Toaster schön heiß gemachten Sandwich mit viel Käse und Knoblauchbutter. Dazu einen Cappuccino auf den ein Klecks Schlagsahne und noch Kakao kommt.

Kaum sitzen wir vorm Bistro auf der Plastik-Combo – schleicht sich eine bettelnde Katze an. Mit ihrem Blick hypnotisiert sie mich, will mich zum teilen animieren. Nix da – wir füttern keine fremden Tiere.

Bar do Negrinho / Ribeira de Janela

Jetzt die Zeitreise: Am Nachbartisch sitzen die drei Männer des Dorfes, jeder hat ein Bierchen vor sich zu stehen – alle 3 datteln am Handy. Schön laut hören wir nun Hits der 80iger und 90iger zum Beispiel Modern Talkings „You´re my heart“ oder „Lambada“ oder „Coco Jambo“ – also plötzlich ein ohrenbetäubender Schrei über der Schlucht erklingt – aaaaahaaaaahaahahha….

Wir alle schauen hoch und sehen, wie an einem Seil hoch oben ein Mensch über das Tal fliegt. Eine ZipLine… und wieder „Lambada“ Mucke, nochmal Modern Talking und nochmal Coco-Jambo – als sei die Zeit hier unten im Tal stehen geblieben, während da oben der Tourismus boomt, ohne dass man die Einheimischen gefragt hätte – ob sie da mitmachen wollen. Na immerhin haben sie ein Handy.

Blick aus dem Bistro – sitzen wie die Einheimischen und weit oben verläuft die ZipLine.

Nur 3 Minuten später stehen wir am Nordstrand am Aussichtspunkt „Miradouro dos Ilhéus da Ribeira da Janela“. Der Atlantik schickt beeindruckende, teils bedrohliche Wellen an den Strand. Ein Wunder, dass die kleine Felsspitze dem Druck standhalten kann.

Miradouro dos Ilhéus da Ribeira da Janela / Madeira im Winter
Miradouro dos Ilhéus da Ribeira da Janela

Paar Meter weg vom Strand erwische ich diesen recht hübschen Blick auf die Terassenhänge und paar Häuser des Dörfchens Ribeira de Janela. Schaut alles ganz ruhig und idyllisch aus – rund um uns tummeln sich allerdings eine Menge Touristen.

Ribeira de Janela
Ribeira de Janela

Wir fahren in nordwestlicher Richtung weiter, durchs kleine Örtchen Porto Moniz hindurch – weiter oben halten wir an einem Aussichtspunkt und werfen einen Blick hinunter. Man verliert völlig das Gefühl für die Höhe – paar hundert Meter stehen wir auf jeden Fall oberhalb der Stadt und schauen nahezu senkrecht hinunter. Die für diesen Ort so typischen Meerwasserschwimmbecken stehen komplett unter Wellenbeschlag und sind wohl an dem Tag geschlossen.

Porto Moniz / Madeira im Winter
Blick auf Porto Moniz mit seinen typischen Meerwasserschwimmbecken

So und dann trifft uns so etwas wie der kleine Schlag. 2017 sind wir mit einer der spektakulärsten Gondeln gefahren – bei Achadas de Crus, ebenfalls noch im Nordwesten der Insel befindet sich mit einem Gefälle von 98% eine der steilsten Seilbahnen von Europa. Nahezu senkrecht geht es 434 Höhenmeter am Fels hinab – ursprünglich, um die Landwirte nach unten zu ihren kleinen Ländereien zu befördern. Als wir 2017 hier waren – waren wir quasi fast allein – jetzt steht eine Schlange. Pro Gondel fahren maximal 6 Personen, 5 Minuten ist die Bahn unterwegs. Uff.

Seilbahn Achadas da Cruz
Seilbahn Achadas da Cruz / Warteschlange

Wir blicken mal den steilen Hang auf die Gartenparzellen hinab, ich habe extra das Geländer mit fotografiert – zugegeben – der Ort ist wirklich idyllisch, die Fahrt hinab in der gefühlten Pappschachtel wirklich abenteuerlich, allein der Blick nach unten macht auch schon ein mulmiges Gefühl.

Blick den Hang hinab an der Seilbahn Achadas da Cruz

Der Tag neigt sich. Wir fahren zurück in unser Dorf, müssen noch was einkaufen. Da der Supermarkt im Dorf nicht unseren Erwartungen entspricht (z.B. keine Bananen) fahren wir 7km weiter nach Calheta zum „Pingo Doce“ – die Kette, wo wir schon am ersten Tag eingekauft haben. Dafür müssen wir in das wohl engste Parkhaus aller Zeiten und dann in einen Supermarkt, wo wahrscheinlich alle außer wir den Kuschelmodus gut finden. Einfach nur voll.

In einer Ecke stinkt es abscheulich – und schon sehen wir ihn, den Bacalau, den Stockfisch – ein portugiesisches Nationalgericht.

Verrück ist, dass dieser Fisch wohl schon seit Jahrhunderten aus Norwegen importiert wird. Allein der Geruch vertreibt jede Idee, das probieren zu wollen. Ich krieche mit der Nase in meine Jacke, Marcus schlägt vor: „Einfach mal flach atmen.“ Ich denke: „Nix wie weg hier.“ Aber fotogen ist er auf jeden Fall – der getrocknete, gesalzene Kabeljau.

Bacalhau Madeira
Bacalhau / Madeira / Stockfisch

Stück weiter drüben gibt es eine kleine aber gut sortierte Fischtheke – ich mache ein schnelles Foto im Vorbeigehen. Schaut schon gut aus und ist dank Insellage auch bestimmt verhältnismäßig frisch.

Fischtheke

In unseren Wagen hüpfen neben vielen Orangen, Gurken und Tomaten auch zwei von diesen Blätterteigtörtchen.

„Pastel de Nata“ – eine traditionelle Süßigkeit der Portugiesen. Auf der Seite biika.de erfahre ich, dass die Geschichte dieser Törtchen bis ins 18 Jahrhundert zurückreicht. Eine Zeit, wo Mönche eines Lissabonner Klosters Eiweiß für das Stärken von Wäsche genutzt wurde und aus dem übrig gebliebenem Eigelb zauberte man die leckere sahne-puddingähnliche Füllung dieser Süßigkeit.

Pastel de Nata – traditionelle portugische Süßigkeit

Und zu guter Letzte: heue mal ein Foto von unserem Rennschlitten – ein Mazda 2. Ganz bewusst ein kleines Auto für schmale Straßen, kleine Parkhäuser, kleine Parkplätze gewählt. Auch hier bei Buchung alles richtig gemacht. Kostenpunkt: 300,00 Euro.

Der Urlaubsflitzer

Tag 4: Levada do Norte, einmal klitschnass und Sonnenuntergang in Câmara de Lobos

Der Tag startet bewölkt und heute geht es ziemlich hoch. Wir fahren zum Encumaeta-Pass, dieser liegt auf 1007 Metern und war bis zur Eröffnung eines Tunnels eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Nord- und Südmadeira. Wir kurbeln die Straße hoch, finden unkompliziert einen kostenfreien Parkplatz an der ER105 (gegenüber vom Souvenirshop samt Aussichtspunkt).

Encumaeta Pass / Madeira
Encumaeta Pass / Madeira

Ziel hier oben im Gebirge ist die Levada do Norte, deren Zugang wir gegenüber von der Snack-Bar finden. Diese Levada ist unkompliziert zu begehen, wir treffen nicht allzu viele Leute aber wir staunen, wie tief sie ist und wie viel Wasser sie führt. Da möchte man definitiv nicht reinfallen, das hätte was von Strömungskanal und würde alle Kraft brauchen, sich an die Bande zu klammern. Tatsächlich gibt es am Einstieg sogar Warnschilder, die vorm Reinstürzen warnen.

Levada do Norte / Madeira im Dezember
Levada do Norte / Madeira / Boca Encumaeta

Niedliche 1,7 Kilometer laufen wir, dann stehen wir vor diesem Loch – ein Tunneleingang:

Tunneleingang an der Levada do Norte / PR17 Madeira
Tunneleingang an der Levada do Norte / PR17 Madeira

Hui – na dann holen wir mal die Stirnlampen raus, dank Marcus sind wir dahingehend bestens ausgestattet. Wie lang der Tunnel ist, wissen wir zunächst nicht, das Ende können wir jedenfalls nicht sehen. Später werden wir recherchieren, dass wir uns 560 Meter durch die Finsternis kämpfen müssen.

Die ersten Meter sind aufregend, denn da müssen wir sogar gebückt gehen, ein Hängenbleiben mit dem Rucksack könnte böse mit einem Satz ins eiskalte Wasser bestraft werden, das Levadawasser schießt schneller an uns vorbei, als wir hier laufen können – weiter hinten wird’s dann deutlich leichter. Dank einiger Ausweichstellen gehts auch mit dem Gegenverkehr ganz gut. Aufregend ists allemal.

im Tunnel PR17 / Levada do Norte
im Tunnel PR17 / Levada do Norte

Der erste Tunnel ist „durchkämpft“ und es bleibt wieder Blick fürs Schöne. Die Blüte des Tages ist heute eine Schmucklilie. Es gibt ganz bestimmt Jahreszeiten, wo sie deutlich häufiger zu sehen ist. Die Pflanzen säumen zahlreich die Ränder der meisten Levadas.

Schmucklilie / Levada do Norte
Schmucklilie / Levada do Norte

Irgendwann stehen wir vor einem recht hohen Wasserfall und dem nächsten wohl noch längeren Tunnel, dieser ist jedoch überflutet. Einige Wanderer versuchen es, stehen paar Zentimeter tief im Wasser und kehren recht bald um. Wir versuchen es gar nicht erst, das Wasser ist wirklich eisig und die Temperaturen oben im Gebirge vielleicht so um die 10 – 12°. Diese Levadawanderung ist im Dezember eine feucht-kühle Angelegenheit. Vermutlich lassen sich die Tunnel in den Sommermonaten deutlich leichter passieren.

Nachdem genug Fotos im Kasten sind, machen wir uns auf den Rückweg. Ich glaube 2x geht es über solche Trittstufen, bei denen ich hoffe, dass sie nicht glitschig sind, denn die dünnen Schnürchen würden wohl kaum einen Mensch vorm Wegrutschen halten. Aber für die Psyche und bissi zum Festhalten sind die Strippen gut. Letztendlich ist es nicht glatt, diese Levada macht Spaß.

Levada do Norte / PR17 / Rückweg
Levad do Norte / RP17 Madeira – Rückweg

Was wir noch gar nicht thematisiert haben, sind die teil kargen Hänge – vor einigen Jahren muss es flächendeckend gebrannt haben. Der Wald erholt sich zwar allmählich aber man sieht leider viele verkohlte Stämme oder wie hier graue Hänge.

Levada do Norte / PR17
Levada do Norte / Boca Encumaeta

Nach 5,2 Kilometer stehen wir bereits wieder vor der Snack-Bar Boca da Endumaeta und kehren ein. Man gönnt sich ja sonst nix. Dieses Mal gibt es wieder Sandwiches. Für mich mit Omelette, für Marcus mit einem dünnen Steak drauf. Dazu eine Portion Pommes und zwei Cappuccino. Macht insgesamt 26,00 Euro.

Was ich aber viel lieber zeigen möchte ist, wie die Inselbewohner sich auf Weihnachten einstimmen. Neben ziemlich vielen blinkenden Lichterketten sieht man hier und da recht umfangreiche Krippen. So auch in diesem Restaurant:

Weihnachtskrippe in der Snack-Bar Boca de Encumaeta

Und dann sind wir einmal klitschnass.

Warum?

Wir wollten nur kurz gucken, wo diese Levada eigentlich hingeht. Auf der Karte sah das so vielversprechend aus. Wir folgen der Levada hinter der Snack-Bar nochmal für 600 Meter und entdecken dort ein Wasserrückhaltebecken sowie Fallrohre. Tja und dann fängt es richtig derb zu regnen an. Wir stürzen die 600 Meter zurück aber es nützt alles nix.

Wir sind klatschnass. Wie der Regen über die Passöhe peitscht, haben wir gefilmt – an der Stelle nur ein Foto, dass wir auch wirklich da waren: Der Encumaeta-Pass auf 1007 Metern Höhe, vielmehr das Schild und davor fließt das Wasser nur so die Straße runter. Im Laufschritt gehts zum Auto, wo wir dann die Klimaanlage auf 30° stellen.

Encumaeda-Pass / Schild 1007 Meter
Encumaeda-Pass / Schild 1007 Meter

Aufwärmen und Sonnenuntergang in Câmara de Lobos

Der nächste Plan ist schnell gefasst. Bis zum Sonnenuntergang bleiben uns noch etwa 3 Stunden also düsen wir die 1000 Meter runter und stehen etwa eine halbe Stunde später in dem Ort, den man in der Reiseliteratur immer noch als das romantischste Fischerdörfchen der Insel bezeichnet. Hier müsste man mal nacharbeiten. Schon von der Autobahn aus sehen wir ziemlich hohe Häuser, durch den Tunnel rasen wir in den Ort, durchfahren Häuserfluchten und stehen kurz im Stau.

Klar, der Ort ist hübsch und auch klein, mit bisschen Glück – und das hatten wir an dem Tag – findet man sogar am Hafen einen Parkplatz. 15 Minuten kosten 25 Cent / bezahlt werden kann mit Debit- oder Kreditkarte und auch bar. Für 2,95 können wir bis 18.30 stehen.

Den Ort kennen wir schon von unserer Reise 2017, die bunten Fischerboote sind einfach ein magischer Anziehungspunkt für Fotografen, das Licht der sich langsam senkenden Sonne unterstreicht die Stimmung. Und während wir mit vier langärmeligen Lagen Klamotten am grobsteinigen Strand auftauchen, sitzen andere hier in Badehose oder baden auch.

Hafen in Câmara de Lobos / Madeira

Was uns an der Stelle an uns persönlich auffällt: Wir sind deutlich selbstbewusster geworden, was das Fotografieren angeht. Beim letzten Mal (2017) hatten wir uns kaum getraut, zwischen den Booten hindurchzugehen. Aber warum eigentlich nicht? Interessant, wie sich die Dinge ändern.

Bei herrlichen 18° und Sonne steigen wir ein wenig den Weg an der Küste hinauf, nach und nach fliegen unsere mittlerweile getrockneten Klamotten in den Rucksack, bis wir nur noch einlagig unterwegs sind. Herrlich diese milden Temperaturen, wir wärmen uns nach der Levada-Kälte schnell und gut wieder auf. Irgendwie verrückt diese Temperatursprünge.

Weg entlang der Küste in Câmara de Lobos / PPM Madeira
Weg entlang der Küste in Câmara de Lobos / PPM Madeira

Und wie erwähnt, heute gucken wir mal genauer hin – wie man sich auf Madeira im Dezember auf Weinachten einstimmt. Zum Beispiel mit diesen roten Lappen, die wir aus einigen Fenstern haben hängen sehen. Na das ist Geschmacksache aber so sieht es zumindest mal aus.

Feliz natal – Prospero Ano Novo

Dann gelüstet es Marcus nach einem Kaffee – ok, überredet. Wir suchen sowas wie einen Bäcker auf. Eigentlich ist es wohl eher eine Patisserie – nennt sich „Nata da Baia“, können wir empfehlen. Die berühmten portugiesischen Törtchenteilchen „Pastel de Nata“ hatten wir ja gestern schon gezeigt und der Kaffee war um Welten besser als unser Instant-Gesöff. 17,00 Euro lockt uns der Laden für – uuups – 4 Pastel de Nata und 2 Kaffee aus dem Portemonnaie.

Was unsere Aufmerksamkeit deutlich mehr anzieht, sind die weihnachtlich rot glasierten und verzierten Biscuitrollen, die man hier wohl augenscheinlich bestellen kann und wenn man was auf sich hält wohl auch muss.

So ziemlich jeder Kühlschrank war damit voll, an jeder Torte hingen Namens- und Preisschilder. Ganz bestimmt werden die in Kürze alle abgeholt. Hammer, was hier an Heiligabend auf den Kaffeetisch kommt. Eine Rolle schlägt mit gut 21,00 Euro zu Buche. Wir haben keine gekauft uns aber wie die kleinen Kinder über dieses Bild in der Theke gefreut.

weihnachtlich geschmückte Biscuitrolle auf Madeira im Dezember

Weiter geht es, der Sonnenuntergang und auch die Weihnachtsbeleuchtung im Ort wartet nun darauf, von uns geknipst zu werden.

Sonnenuntergang in Camara do Lobe

Wieder tippeln wir zum Hafen, oben am Hang mimen hellgrüne Lichterketten eine Tanne, über der Straße sind reichlich Lichterketten gespannt.

Und über der Hafeneinfahrt ist ein Schriftzug gespannt:

Boas Festas e Feliz ano novo – Frohe Feiertage und ein gutes neues Jahr

Je dunkler es wird, desto schwerer hat es natürlich das iPhone, wenn ich kein Stativ benutze – deshalb ist die Schrift etwas unscharf aber die Stimmung war ganz gut.

Hafen in Camara Lobos / Dezember auf Madeira

Auf der Heimfahrt, die etwa 30 Minuten und 30 Kilometer dauert, sehen wir an den Hängen, vielmehr an den Häusern der Insel überall gelb-blau-rot blinkende Lichterketten, eine komplett umlichterte Kirche und auf jedem der unzähligen Kreisverkehre ebenfalls diverse Lichterkettenkompositionen. Mal sind Tannen dargestellt, mal ein Zirkuszelt gespannt, mal steht Knecht Rupprecht da – also augenscheinlich mögen die Leute hier das Geblinke und uns lässt es zumindest nicht komplett vergessen, dass bald Weihnachten ist.

Tag 5: Rundtour Levada do Moinho und Levada Nova, Sonne satt und Weihnachtsbeleuchtung in Ponta do Sol

Dieser Tag war gehaltvoll, ich bin gut müde. Die Nacht hat es bei uns durchgeregnet und wir suchen uns ein Tagesziel, mit erwartbar besserem Wetter. Es geht in die Höhen von Ponta do Sol, hier befinden sich die 2 Levadas Moinho und Nova, die sich zu einem etwa 10 Kilometer langen Rundkurs verbinden lassen.

Erstaunlich viele Menschen haben den gleichen Plan wie wir – wir haben fast ein wenig Probleme, das Auto am Startpunkt der Wanderung abzustellen. Möchte man nicht glauben an einem Tag, wie diesem.

Die Straßen sind steil, man parkt hier am Straßenrand – und was direkt ins Auge fällt: Die Hänge sind voller Bananenstauden. Grad, dass die Leute noch Platz für ihre Häuser gelassen haben. Hier ist es also durchschnittlich besseres Wetter als an anderen Stellen der Insel.

Bananenstaude / Ponta do Sol / Madeira im Dezember
Bananenstaude / Ponta do Sol / Madeira im Dezember

Wir starten die Tour auf der Levada Moinho, nach unseren ersten beiden Touren entlang sehr wasserreicher Levadas, wirkt diese hier regelrecht vertrocknet.

Wir sind völlig entzaubert, als aus einem Wasserfall Weichspülerduft und milchiges Wasser hinabfällt. Bäh… – und wo wir uns den Luxus erlauben, aus purer Langeweile herumzuwandern – haben die Inselbewohner ihr mühseliges Auskommen. Hoch oben an den Hängen bewirtschaften sie auf kleinen Terrassenfeldern- und beeten ihr Land. Heute gibt es Kohl und Kartoffeln, ein Einheimischer mit einer Kiepe voll Salat kommt uns entgegen und einer ist mit einer Sichel über der Schulter unterwegs.

Ponta do Sol / Terrassenfelder / ganz klein am linken Bildrand: Die Kirche, wo wir gestartet sind

Die Hintour halte ich mal kurz, das war in Summe ein schöner Wanderweg, der für eine Levada erstaunlich viel Höhenmeter gemacht hat. Hier und da gab es ausgesetzte Stellen. Um Himmels Willen, es geht empfindlich steil den Hang runter – dieser Hang hat sich vor nicht allzu langer Zeit verselbständigt. Bloß nicht runterschauen. Das sind nicht so meine Lieblingsstrecken aber es war immer noch gangbar.

ausgesetzte Stelle auf der Levada Moinho / Madeira

Es könnte fast ein wenig malerisch sein, wenn denn diese hübsche Levada nicht allzu nah am Abhang wäre. Der Betonrand ist jedoch gut breit und machbar, mal wird er zum kleinen Pfad und mal ist er abgesichert.

Es bleibt nicht aus, dass wir uns mal in die Büsche schlagen müssen. An einer Levada gibt es leider wenig Stellen, wo das geht. Die wenigen Nischen sind von unzähligen Taschentüchern überzogen, 2 Würstchen liegen auch mit rum. Richtig eklig, kann man das nicht wenigstens abdecken? Nun gut – nicht länger drüber nachdenken, Pipi machen und weiter.

Irgendwo gehts über diese Steine, links fällt der Wasserfall hinab. Ein dünnes Schnürchen stärkt auch hier wieder meine Psyche.

Ganz hinten im Tal könnte man entweder über Steine über den Fluss klettern oder eine Treppe hinaufsteigen, um die Verbindung zur noch weiter oben gelegenen Levada Nova zu machen. Wir nehmen die Treppe und ab da muss ich mich sehr konzentrieren, denn nun geht der Weg ausschließlich auf einem zwar breiten aber häufig ungesicherten Betonrand entlang.

Manche Bereiche sind zwar gesichert aber durch Steinschlag sind die Pfeiler umgefallen oder die Seile gerissen. Hui, hier ist das Leben etwas rauher.

Levada Nova

Die Levada schlängelt sich dann in einen Talkessel, ein spektakuläres Bild samt Wasserfall tut sich auf. Da merkt man erst mal wieder, wie klein und unbedeutend wir Menschen eigentlich sind.

Levada Nova

Direkt im Anschluss geht es mal wieder durch einen Tunnel und dann immer schön auf dem Betonrand lang. Paar Kilometer. Ab und an bleiben wir stehen und versuchen ein paar Impressionen einzufangen.

Levada Nova

Ein Stück weit spektakulär ist diese Wanderung auf jeden Fall. Gerade balanciert man ein wenig über diesen Betonrand, während sich weiter vorn der Blick aufs Meer schiebt.

Levada Nova, die Küste kommt in Sicht

Irgendwann tut sich ein schöner Regenbogen im Tal hinten auf.

ein Regenbogen weit hinten im Tal

Eine kleine Treppe taucht links am Hang auf, Aussichtspunkt ist in dunkelroter Farbe dran geschrieben. Wir steigen hoch und ich kann im Weitwinkelmodus dieses Foto vom Tal machen.

Weitwinkel / Aussichtspunkt auf der Levada Nova

Noch ein paar Meter weiter oben entdecke ich die Blüte des Tages. Ein sogenannter Aronstab. Irre, was hier in freier Wildbahn so gedeiht.

Aronstab / Madeira im Dezember / Levada Nova
Aronstab

Tja und dann muss ich gestehen, bin ich tatsächlich irgendwann froh, dass ich wieder breiten, festen Boden unter den Füßen habe. So aufregend und schön diese Tour war – sich permanent am Abgrund entlangzubewegen, wird nie meine Lieblingsbeschäftigung werden.

Im Örtchen Lombada, wo wir die Tour gestartet sind, entdecken wir diese Eingangstür:

Hauseingang auf Madeira im Dezember

Weiter unten gibt es noch einen Blick ins Tal hinab, das Gefälle der Straßen und Wege ist beeindruckend:

Und dann feiern wir den Tag – die kleine Snackbar im Ort hat noch geöffnet. Der ältere Herr gibt uns mit einem wirklich freundlichen Lächeln 2 Pastel Nata und 2 Kaffee – 7,50 Euro. Die Sonne brüllt uns förmlich an, wir saugen sie auf.

Und auch heute bleibt noch Zeit bis zum Sonnenuntergang, wir gehen auf Erkundungstour am Strand von Ponta do Sol und später noch in der Altstadt. Umrahmt von Fels, besteht die Strandpromenade aus nur wenigen Häusern in altrosa, hellblau, dunkelgelb und zitronengelb. Wir hören viel deutsche Sprache und hier unten am Strand ist es so warm, dass heute sogar gebadet wird. Die Bucht ist geschützt,

Strand von Ponta do Sol / Madeira

Die Insel Madeira ist vulkanischen Ursprungs, der Strand besteht naturgegeben aus groben, schwarzen, von unermüdlichem Wasser, rundgelutschtem Gestein.

Am Strand von Ponta do Sol

Und eigentlich dachten wir, wäre der Abend mit dem Sonnenuntergang beschlossen. Doch dann entdecken wir die umfangreiche Weihnachtsbeleuchtung dieser Stadt. Hier wurde richtig aufgefahren. Ein paar Impressionen. Sogar Nussknackerähnliche Gesellen hat man eingeflogen und während die meisten Leute sich selbst hinter das weihnachtliche Oval stellen, lassen wir dem Kirchturm den Vortritt.

Die Kirche, im Vordergrund Weihnachtssterne und typisch portugiesisches Mosaik, im Hintergrund Bananenstauden:

Eine überdimensionale Krippe:

Und die kleine Fußgängerzone ist nahezu vollständig mit LED-Beleuchtung überzogen. Grad, dass wir den Kirchturm noch entdecken können:

Irgendwann kommt dann doch mal der Hunger, ein Müsli am Morgen und das kleine Törtchen ist nicht viel. Erst am Abend fällt uns auf, dass wir weder getrunken noch gegessen haben. Das holen wir nun nach – während es draußen bei etwa 14° regnet und windet, gibt es paar Spaghetti, ein Brötchen und eine Avocado muss auch noch weg.

Tag 6: Rundweg zum kleinen Bergsee „Lagoa do Vento“ samt Wasserfall und Levada do Alecrim

Es ist kaum zu glauben, wie viele Menschen an den Feiertagen auf Madeira unterwegs sind. Unser Ziel ist heute der Gebirgszug in der Inselmitte. Als wir gegen 11.30 am eigentlich ziemlich großen Parkplatz da oben aufschlagen ist dieser schon rappelvoll, hunderte von Autos parken auf jedem irgendwie möglich Fleckchen.

Die Ecke ist ein angesagtes Wandergebiet. Vielgeprießen und noch viel mehr besucht ist zum Beispiel der Wanderweg „25 Fontes“ oder der „Risco-Wasserfall“, mit Anschluss ans Rabacal-Gebiet lassen sich hier verschiedene Touren kombinieren. Wir bringen unser Auto irgendwo am Straßenrand unter. Immerhin passen alle Räder hinter die durchgezogene Sperrlinie.

Parkplatz Fatima Kapelle
Parkplatz an der Straße Nr. 105 / bei der Fatima-Kapelle

Die Tour, die wir laufen, ist die Tour Nummer 54 und diese haben wir dem Rother Wanderführer „Madeira“ von Rolf Goetz entnommen.

Wir laufen sie entgegen der angegebenen Richtung, nicht weil wir das unbedingt wollten – sondern weil wir den falschen Weg gelaufen sind. Wir starten also auf dem PR6.1, noch ist Wetter und Licht ganz gut – mache ich doch ein schnelles Foto von der Umgebung, wir befinden uns an der Stelle auf etwa 1200 Metern.

PR6.1 Madeira im Dezember
auf dem PR6.1 / Madeira

Zunächst laufen wir 1,5 Kilometer Asphaltstraße, bis der Weg mittels einer Treppe steil ins Gelände abbiegt. Das Schöne an überlaufenen Wandergebieten ist die unverlaufbare Ausschilderung. Alle halben Kilometer steht ein Wanderschild, damit die geplagten Großstädter auf gar keinen Fall ihren Orientierungssinn einschalten müssen. Fluch und Segen.

PR6.3 Lago do Vento

Stufen, Geäst, Pfützen, Schlammlöcher, kleine Wasserläufe – vor allem Stufen. Der Weg mit finalem Abstieg zum See hat es in sich, die Mühe wird auf jeden Fall mit einem hübschen Bergsee und einem ziemlich hohen Wasserfall belohnt. Wer geologisch interessiert ist, findet im Hang Zeichen der viele Millionen Jahre dauernden Inselgeschichte. Die roten Streifen im schwarzen Lavagestein sind vermutlich durch Eisenoxidation und dadurch bedingte Verfärbung der weicheren, zwischengelagerten Gesteinsschichten entstanden.

am Lago do Vento / Madeira im Dezember
am Lago do Vento

Wir steigen etwa 100 Meter straff wieder hinauf, bemerken unseren Luxus aus purer Langeweile hier herumlaufen zu dürfen und treffen nun endlich mal wieder auf eine Levada – die Levada do Alecrim.

Levada do Alecrim / PR6.2

Wie angenehm, der Weg geht jetzt nur noch geradeaus, eine Wohltat für meine Beine.

Levada do Alecrim – Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de

Hier überwindet die Levada rauschend ein paar Höhenmeter um dann wieder gemächlich vor sich hinzufließen, besonders markant und damit fotogen sind die nahezu waagerecht über die Levada wachsenden Bäume:

Levada do Alecrim

Ich bin heute hart auf der Suche nach der Blüte des Tages. In der heute einstelligen, vielleicht knapp zweistelligen Kälte der Gebirgshöhe will sich nicht wirklich was zeigen, erst ganz am Ende der Wanderung werden wir fündig. Fast ein bisschen ruppig krallt sich der Stechginster an meine Jeans, echt picksig das Zeug. Im Licht der Sonne leuchtet er schön zwischen all dem Grün und dennoch darf man sich nicht täuschen lassen: Früchte und Zweige sind für den Mensch sehr giftig. Stechginster verbinden wir eher mit Frühling – hier auf Madeira blüht er im Dezember. Interessant:

Stechginster
Stechginster

Und das wir wirklich im Winter auf Madeira sind – zeigt dieser pilzige Kumpel mit gold-gelbem Hut. Der Samtfußrübling, bekannt als typischer Winterpilz, denn sein Fruchtkörper ist frostresistent.  Wichtiger Hinweis – ich teile zwar ab und an Pilzbilder, gebe aber keinerlei Garantie für die Richtigkeit meiner Bestimmung und auch keinerlei Essensfreigabe. Bitte sammelt und esst nur Pilze, die ihr zweifelsfrei bestimmen könnt.

Samtfußrübling

Selten auf der Strecke aber irgendwo gegen Ende gibt es nochmal einen Ausblick in die grün-bergkuppige Umgebung von Madeiras Zentralgebirge und ich habe Glück, pünktlich zur Erstellung dieses Beitrages hat Marcus seine Kameraausbeute gesichtet. Dankeschön!

Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de

Wir können nicht leugnen, uns nach gut 8 Kilometern und 300 Höhenmetern zu freuen, endlich wieder am Auto zu sein. Sehr schnell kann das Wetter auf Madeira umschlagen, so auch jetzt – plötzlich fegt mal wieder ein Sturm über den Höhenrücken, sodaß wir einfach nur zügig ins Auto hüpfen.

Verrückt, dass wir viele Leute in kurzen Hosen, T-shirts und auch FlipFlops auf über 1000 Meter Höhe gesehen haben. Ich war mal wieder mit 4 Schichten obenrum gut angepummelt. Auch Mütze und Handschuhe haben wir immer im Rucksack.

Und plötzlich braucht ein anderer Tourist Hilfe. Mit seinem Auto hat er sich festgefahren, teils drehen die Räder qualmend durch, etwas Auflast vorn ist nötig.

Wirklich erstaunlich ist, wieviele Menschen einfach vorbeigehen, ohne zu helfen. Alleine hätte es der junge Mann nie und nimmer geschafft. Seine Hand an seine Brust gelegt bedankt er sich von Herzen und wir gehen fahren alle unserer Wege.

Hilfe unter Reisenden

Zurück in der Ferienwohnung genießen wir mit Blick aufs sich samt Himmel dramatisch zeigende Meer einen Kaffee.

Später gibt es anlässlich des Feiertages eine Live-Schaltung via Zoom zur Familie zu Hause. Sie lachen uns zwar aus, dass wir bei 14 Grad frösteln. Schön ist aber vor allem, dass die technischen Lösungen solche Schaltungen mittlerweile möglich machen.

Unsere Reise scheint luxuriös, eine hübsche Wohnung – ein gigantischer Ausblick aufs Meer aber man kann und muss trotzdem nicht alles haben. Während ich eben noch von tollen Salaten zu Hause gehört habe, kommt bei uns ein spartanisches Spiegelei auf den Toast, Käsescheibe drauf – Guten Appetit! Und während wir uns das schmecken lassen, wummern vom Haus unten drunter die Bässe und fliegt ab und an eine krachende Rakete in den Nachthimmel.

Die dort lebende Familie feiert immer am 25.12 eine Weihnachtsparty, unsere Vermieter hatten uns schon vorgewarnt – wir haben versichert, dass sie sich wegen uns keinen Kopf machen müssen (wir sind ja die, die sich in die Siedlung einschleichen – die Einheimischen dürfen doch wohl ihre Feste feiern wie sie fallen, oder?)

spartanische Reiseküche
  • Tageskilometer: 8.1 Kilometer
  • Ausgaben: keine

Tag 7: freiwilliger Wanderabschuss auf der Rundwanderung nach Paul do Mar

20,5 Wanderkilometer inklusive 650 Höhenmeter hoch und natürlich auch runter hängen uns heute in den Knochen. So ganz elastisch laufen wir gerade nicht mehr. Selbstgewähltes Schicksal, welches seinen Lauf in dem Ort nimmt, wo wir wohnen: Prazeres. Auf dem Weg zum Startpunkt der Wanderung springt direkt die „Blüte des Tages“ in die Linse. Weil gefragt wurde: Ja, hier wachsen die Adventssterne frei und sind exorbitant größer, als wir sie von unseren kleinen Töpfchen in der Vorweihnachtszeit kennen.

blühender Adventsstern auf Madeira im Dezember – erst mal die Blüte
und der ganze Strauch

Dann wandern wir so richtig los: Von einem sehr hübschen Aussichtspunkt, wo wir erst mal ehrfürchtig auf das spielzeugkleine Dörfchen Paul do Mar runtergucken, geht es gleich steil bergab, denn genau dieser Ort ist unser erstes Etappenziel.

Miradouro Prazeres
Miradouro Prazeres / Aussichtspunkt in Prazeres / Madeira

Der Weg heißt PR19 „Caminho Real do Paul do Mar“. Das Wanderschild sagt, es dauert 1,8 Kilometer und 550 Höhenmeter, die wir den recht steilen Pflasterweg nun runterklettern. Glücklicherweise ist er trocken, das erleichtert die Sache enorm. Kniefreundlich ist er definitiv nicht.

PR19 / Wanderweg nach Paul do Mar
PR19 Madeira / Wanderweg nach Paul do Mar

Der Weg hat es zwar insich, beim Blick in die Umgebung wissen wir jedoch, dass es sich auch dieses Mal gelohnt hat, die Strapazen auf sich zu nehmen. Eine rötlich gefärbte Felsenhöhle tut sich vor uns auf. Irre.

Weg nach Paul do Mar / Madeira / PR19

Unten angekommen lugen wir um die zugige Ecke und haben einen ersten Blick auf das hübsche Fischerdorf Paul do Mar. Gerade spielen die Glocken der  Kirche ein Weihnachtslied, wie schön.

Blick auf Paul do Mar, fast unten

Wir erkunden ein wenig den Hafen,  das modernisierte Hafengelände, staunen über den kleinen Menschenauflauf – überall, wo man mit dem Auto hinfahren kann, ist es voll. Am Bäcker steht eine Schlange, wo kommen die denn alle plötzlich her? Und: das schaut wirklich lecker aus, was da feilgeboten wird, schwupp, stehen wir auch in der Schlange – nur leider geht es kaum voran.

Lassen wir den Bäckerversuch fruchtlos verstreichen und machen lieber noch ein Foto von der Hafenmole aus:

Blick von der Hafenmole auf Paul do Mar

Eine wirklich niedliche aber recht kurze Straße führt durch die Altstadt von Paul do Mar…

durch die Altstadt von Paul do Mar

Und dann gibt es doch noch eine Einkehr für uns. Für mich Spaghetti mit in Öl geschwenktem Gemüse. Marcus traut sich an eine Inselspezialität: „Espada com Banana“ – der schwarze Degenfisch Fisch mit Banane. Dieser Fisch ist deshalb so berühmt, da er, so wird es zumindest beschrieben, mit langen Fangleinen – also ohne Schleppnetze in Tiefen von 1500 – 2000 Metern nachts gefangen wird. Zum Essen gibt es eine Cola und ein alkoholfreies Bier. Die Mittagseinkehr schlägt mit ca. 32,00 Euro zu Buche.

Espada con Banana / schwarzer Degenfisch mit Banane

So und dann müssen wir den Hang wieder hoch – da es ein Rundweg werden soll, wählen wir den Aufstieg am anderen Ende vom Dorf. Bis dorthin bläst uns der Atlantikwind nochmal ordentlich um die Ohren – dann geht es ähnlich steil hinauf unser Ziel ist die auf 650 Meter liegende Levada Nova, der wir in diesem Urlaub bereits 2x anderer Stelle begegnet sind. Also kämpfen wir uns mal hoch.

Aufstiegt von Paul do Mar

Der Blick zurück ist fantastisch, mehrmals versuchen wir die Szene einzufangen. Das recht große Gebäude im Bildvordergrund ist übrigens eins der wenigen großen Hotels – Madeiras Küste blieb ja bis auf Funchal weitestgehend von den Romantikkillern verschont. Lage dieses Hotels ist auf jeden Fall gut.

Blick zurück auf Paul do Mar

Während wir weiter aufsteigen werden wir kurz aber kräftig nass geschauert, trocknet ja hier relativ schnell – Problem ist, dass der Weg nun richtig rutschig wird. Gott sei Dank nur kurz. Der Weg führt dann durch den Ort Faja de Ovelhha vorbei an Gärten mit Früchten, die wir manchmal kennen, machmal auch nicht. Guave entdecken wir zum Beispiel:

Guave auf Madeira im Dezember

Und ganz selten, es scheint nicht wirklich die Zeit zu sein – ein paar verknautschte Kaktusfeigen.

Kaktusfeigen

Nach einer Stunde und vierzig Minuten keuchendem Aufstieg freuen wir uns wie verrückt, der letzte Abschnitt der Wanderung ist erreich – die Levada Nova, die sich wie gesagt auf 650 Metern befindet. Dieser wollen wir nun für gut 9 Kilometer bis in unser Dörfchen folgen.

Nicht überall sieht es idyllisch aus – hier an diesem Abschnitt sind noch deutlich Spuren eines umfassenderen Brandes im Jahr 2023 zu sehen. Die Farne und das Zuckerrohr hat sich gut schon wieder erholt – die Bäume mit ihren verkohlten Stämmen kämpfen oder sind durch den Sturm sogar umgestürzt. Zwei, drei dicke Stämme müssen wir noch umklettern. Einige wurden freigesägt.

Die Levada ringt uns unsere letzten Kräfte ab. Zwar auf gleichbleibender Höhe aber schier endlos mäandert sie am Hang entlang. Der Weg ist nass, wir platschen in viele Pfützen, die Hosenbeine und Schuhe sind total verschlammt – wir sind froh, als wir den Ausstieg in beim Polizeirevier in Prazeres erreichen.

endlich - die Levada Nova erreicht
Endlich! Die Levada Nova ist erreicht.

Dann geht es durch den Ort, gerade erwischen wir noch den Sonnenuntergang – und dann wird’s kalt. 12° und recht frischer Wind – das ist ein harter Schnitt nach schweißtreibendem Aufstieg im T-shirt. Alles in allem eine tolle Tour, die uns gut gefallen aber auch gefordert hat.

Sonnenuntergang

Eine Sache, die mir heute mehrmals aufgefallen ist – muss ich einfach erwähnen, auch wenn ich nicht so recht verstehe, was das konkret soll. Hier und da gab es Büsche, in die die Einheimischen einige Kuscheltiere gesetzt haben. Vermutlich gehört das zur Adventsschmuckwut der Insulaner. Was es nicht alles gibt, oder?

Kuscheltiere im Busch / Weihnachten auf Madeira – Geschmacksache würde ich sagen
  • Die Wandertour ist übrigens Tour Nummer 62 aus dem Rother Wanderführer
  • Tageskilometer: 20,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 650 hoch / 650 runter
  • Ausgaben: 35,00 Euro / Essen mit Trinkgeld

Tag 8: Levada do Rei, kitschiges Santana und ein Blick auf die Lichter der Nacht

Nach unserer gestrigen Tour wollen wir es heute etwas ruhiger angehen lassen, wir nehmen uns die Levada do Rai, die Levada der Könige im Nordosten der Insel vor. Bis dahin fahren wir gute 60 Kilometer, besonders am Ende ist es kurvenreich. Wir erinnern uns, dass wir 2017 auf dieser Levada nahezu alleine unterwegs waren – heute stehen auf dem Parkplatz 5 Tourbusse und eine Menge PKW. Oha.

Die Levada startet durch Eukalyptuswald, es fallen hübsche Baumfarne auf.

die Tour startet mit hübschen Baumfarnen / Levada do Rei / PR 18

Besonders am Anfang der Levada wurden viele Bäume gefällt, das ist ein großer Unterschied zu 2017 wo wir gefühlt durch dichten Wald gingen. Hin und wieder gibt es einen Ausblick und ein paar Stellen, wo es deutlich nach unten geht – jedoch ist an dieser Levada alles abgesichert. Also halbwegs einfach zu gehen, wenn…

Levada do Rei / PR18

…ja wenn die ausgiebigen Regenfälle nicht für soviel Matsch auf den Wegen sorgen würden. Das Platschen unserer Füße im Matsch wird zum monotonen Geräusch. Damit die Schuhe nicht wieder so arg moddrig werden, balancieren wir ab und an auf dem Rand der Levada und den einen oder anderen Baumabsturz gibt es auch hier.

moddriger Weg / Levada do Rei im Dezember

Highlight dieser Tour ist der Wasserfall mit Nässegarantie. Mein Rucksack war aufgrund einer ausgelaufenen Wasserflasche ohnehin schon nass, Marcus stellt am Ende der Tour fest – dass auch seiner offen war und der Wasserfall damit ordentlich reingeregnet hat. Sieht auf dem Bild gar nicht so schlimm aus:

Wasserfall auf der Levada do Rei

Am Ende der Tour landet man in so etwas wie einem Talschluss, ein direktes Ende sieht man nicht – ein weiterer Wasserfall stürzt sich irgendwo im Grün den Hang hinab und ein Fluss malt die ohnehin schon durch und durch grüne Landschaft nochmal so richtig schön romantisch. Kaum bleiben wir stehen, landen ein paar kleine Vögel rund um uns – die hoffen augenscheinlich auf Leckereien, die den Touris aus der Tasche fallen.

Ende der Levada do Rei – Tour

Und weil es immer wieder im Gespräch ist – die unzähligen Piss-Taschentücher. An einer Levada ist es grundsätzlich schwierig, sich mal in die Büsche zu schlagen. Meist ist auf der einen Seite Felsen und auf der anderen Seite Abhang. Doch so dann und wann gibt es Nischen. Diese sehen dann leider erwartbar so aus:

Piss-Nische. Ekelhaft, oder?

Dann lieber noch fix eine schöne Impression:


Und noch eine:

Die Blüte des Tages war natürlich auch am Start. An der Levada war es wieder gar nicht so leicht, soviel hat da nicht geblüht. Verständlich – denn diese Levada liegt ja im Norden der Insel auf durchschnittlich 550 Meter Höhe. Da blüht es nicht ganz so üppig. Und irgendwie wollte sie nicht so richtig scharf werden, baumelte irgendwo etwas weiter oben über dem Weg.

Jedenfalls ist es die „Bolivianische Fuchsie“.

Bolivianische Fuchsie / Madeira im Dezember

Die Tour hat eine Gesamtlänge von 10,6 Kilometern. Mit ausgiebigen Fotostopps waren wir insgesamt 4:15h unterwegs. Gern wären wir direkt in die Lokalität an der Levada eingekehrt, die Speisekarte und auch die Rezensionen bei Google klangen vielversprechend. Im Laden selbst kam uns das nicht so vor also haben wir ausnahmsweise direkte Kehrtwende gemacht und sind wieder raus. Vielleicht ist es in der Sommersaison besser.

Der Tag führt uns dann noch ins etwa 10 Kilometer entfernte Santana. Dieses Örtchen ist berühmt für seine traditionellen Häuser. Die Häuser sind zwar hübsch anzusehen und es ist auch interessant, wie es wohntechnisch auf der Insel mal gewesen sein könnte…

typische traditionelle Häuser in Santana / Madeira

…dennoch sind die Häuschen mehr Touristenhype als alles andere. Gepaart mit dem auch hier leicht ausgeuferten Weihnachtsschmück- und Dekowahn fühlen wir uns total in der Tourifalle und trotzdem können wir nicht leugnen, dass die bunten Lichter definitiv eine anziehende Wirkung haben.

Santana / Madeira im Dezember

Und tataa, stelle ich mich doch auch mal mit ins Bild, wenn du genau hinschaust, siehst du: Rollkragen, Fleece und Regenjacke – 12° und immer mal wieder ein Schauer oder eine Wasserfalldusche, das ist zum Wandern ok aber grundsätzlich schon frisch.

typische Häuser in Santana / „Casas tipicas“

Dreieckig, reetgedeckt und das Dach bis fast auf den Boden und rot-blau-weiße Fassade. Das alles zeichnet diese typischen Santana-Bauern-Häuschen aus. Santana wurde erstmalig gegen Ende des 15. Jahrhunderts besiedelt. (Quelle: Wikipedia)

und nochmal – die hübschen Häuser in Santana und ich / ok, versprochen – fürs nächste Foto putze ich mal die Schuhe

Unsere kleine Einkehr in der Snackbar O Colmo wollen wir auch nicht vorenthalten. Wie schon häufiger gibt es auch heute das typische Sandwich für mich mit Omelette, für Marcus mit einer Scheibe Fleisch drauf. Dazu für jeden ein Stück Kuchen und ein koffeinhaltiges Heißgetränk – alles zusammen schlägt mit ca. 24 Euro zu Buche.

Einkehr in der Snack Bar O Colmo

Und dann fahren wir den kürzesten Weg nach Funchal, dieser führt kurvenreich direkt übers Gebirge. Ich hatte die Hoffnung auf einen bestimmten Aussichtspunkt – erst vor Ort entdecken wir, dass wir hätten 800 Meter noch laufen müssen. Das machen wir im Dunklen mal lieber nicht.

Stattdessen halten wir kurz am Straßenrand und können diesen Blick auf das nächtliche Funchal festhalten:

Blick auf das nächtliche Funchal

Und wieder einmal gehts ins Pingo Doce, wir sind Gewohnheitstiere, nehmen den – in dem wir gleich am ersten Tag waren. Hier kann ich heute in der Fischtheke den berühmten „Schwarzen Degenfisch“ (rechts oben) fotografieren. Uuuah.

Schwarzer Degenfisch im Pingo Doce

Was richtig cool ist – direkt neben diesem Supermarkt ist eine Kirche, die man weithin sehen kann. Irgendwie ein riesiges Glück – sieht man diese Kirche von Weitem, will man unbedingt hin und dann führt uns der läppische Supermarkteinkauf direkt vor die Tür.

Die „Igreja Matriz de Santo Antonio“ – ist innen wie außen eine wunderschöne Kirche, ein Gottesdienst läuft – abwechselnd schauen wir mal kurz rein. Fotos machen wir aufgrund des Gottesdienstes allerdings nur von außen:

Kirche San Antonio / Funchal

So und dann ab in unser Heimatdorf – um alle Formen des Weihnachtskitsches mitzunehmen, halten wir in unserem Dorf noch an einer weiteren Krippe. Beleuchtet schaut das auch noch mal alles anders aus als am Tag. Schafe sind übrigens als Dekoelement sehr häufig vertreten.

beleuchtete Krippe in Prazeres / Madeira im Dezember
  • Tageskilometer an der Levada do Rei: 10,6 Kilometer
  • Höhenmeter: 40 Meter hoch und wieder runter
  • Einkehr: ca. 24 Euro
  • Einkauf: ca. 31,00 Euro

Tag 9: Sonne satt zwischen Zuckerrohrfabrik und Bananenplantage: 3 Dörfer an der Südküste – Calheta, Jardim do Mar und Madalena do Mar

Der heutige Plan ging auf. Sonne und Wärme an der Südküste von Madeira tanken. Und nicht nur das, wir tanken auch Benzin, knapp 24 Liter für 37,17 Euro.

Nur 8,5 Kilometer Fahrt mit dem Auto und wir stehen in einem ziemlich modern daherkommendem Küstendorf. Es war bestimmt mal schnuckelig und beschaulich. Jetzt, seitdem es unkompliziert ans Schnellstraßensystem angebunden ist – wirkt es fast ein wenig elegant, geleckt und als würde es sich gerade für Größeres bereit machen. Warum? Nun – zunächst fahren wir durch einen ziemlich neuen, halboffenen Straßentunnel, der lässt uns auf jeden Fall staunen.

Wir nehmen einen von unfassbar vielen Parkplätzen und spazieren los – gleich am Anfang bekommen wir ein Hauch des eigentlichen und des ursprünglichen Lebens im Ort. Der Schornstein der ehemaligen Zuckerrohrfabrik steht nebst der alten Gebäude noch. Im Vordergrund wird gegärtnert, hier hat man Bananenstauden im Garten.

Schornstein der alten Zuckkerohrfabrik / Jardim do Mar

Was augenscheinlich vor bisschen mehr als 20 Jahren in Jardim do Mar als umstrittenes Großprojekt galt, ist nun scheinbar Standard in vielen Küstenorten. Ein betonierte Promenade, keinen Kilometer lang. Auf der einen Seite Wellenbrecher zum Schutz des Dorfes – auf der anderen Seite teils luxuriöse Unterkünfte und Sportgeräte am Wegesrand.

Promenade in Jardim do Mar / Madeira
Promenade in Jardim do Mar / Madeira
moderne Ferienunterkunft in Jardim do Mar  und Sportgeräte an der Promenade / Madeira

Wir laufen einmal die Promenade ganz nach hinten, der Blick auf die Felsenküste ist auf jeden Fall fantastisch – von irgendwo da oben kommen wir her. Der Wanderweg von und nach Prazeres ist z.Zt. (Stand Dezember 25) gesperrt.

Promenade mit Blick auf die Felsenküste / Jardim do Mar

Wir laufen kreuz und quer durch das kleine Dorf, lugen hier und da über die Zäune. Mal ein Pool, mal ein Hund – auch die sind vornehm – gebellt wird hier nicht. Die Wege sind mit hübschen Ornamenten versehen.

Gasse in Jardim do Mar

Irgendwo in den Gassen findet sich die „Blüte des Tages“ – eine ganze Hecke in Orange. Wunderschön. Es handelt sich um die Feuerranke oder Flammenrebe.

Feuerranke / Flammenrebe in Jardim do Mar

nächste Ort Praia Calheta

Wir düsen paar Kilometer weiter nach Praia also Calheta Strand. Mit dem Ort muss man erst mal warm werden. Er ist der erste Ort auf der Insel gewesen, dem man einen gold-gelben Sandstrand verpasst hat und damit dieser nicht sofort vom Meer eingesogen wird, hat man 2 recht große Molen gebaut. Hier wird gebadet, hier krabbeln Krabben auf den Wellenbrechern, hier haben viele Menschen kurze Hosen an, hier sitzt man im Café oder sprüht als fleißiger Hafenarbeiter die Bootsrampe mit Chlor ein.

Praia Calheta

Aber: Falls ihr sehnsüchtig auf ihn gewartet habt – wir haben ihn gefunden. Er ist gerade auf dem Weg zum Strand – der Weihnachtsmann. Natürlich auf dem Fahrrad, wie auch sonst.

der Weihnachtsmann in Praia Calheta

Der Strand hat es uns nicht so angetan, umso begeisterter waren wir von der Zuckerrohrmühle samt Museum, die „Sociedade dos Engenhos da Calheta“, welches sich direkt neben der Kirche befindet. Hätten wir es vorher nicht gelesen, hätten wir uns wahrscheinlich gar nicht aufs Gelände getraut – weil es auf den ersten Blick wie Firmengelände ausschaut. Man darf rein und überall zwischen den leicht nach Schmieröl riechenden Gerätschaften umherlaufen. Wenn das mal nix ist. Das Museum ist kostenfrei und zeigt den Weg vom Zuckerrohr zum Honig beziehungsweise zum Zuckerrohrschnaps.

Zuckerrohrmuseum Praia Calheta

Im Museum integriert ist ein kleiner Shop, wo man Hochprozentiges kaufen könnte. Für uns werden es nur ein paar Zuckerrohrhonigkekse, die wir zusammen mit einem Cappuccino direkt verspeisen. Währenddessen könne wir noch ein wenig Videofilm zur Verarbeitung von Zuckerrohr schauen. Kekse und Cappuccino schlagen mit 7,60 zu Buche.

Auch hier im Museum hat der weihnachtliche Dekowahn zugeschlagen – ein recht große Krippe.

Krippe im Museum

Madelene do Mar

Weiter gehts ins dritte Dorf, welches wir heute besucht haben: Madalene do Mar – alle Orte sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Zunächst fragen wir uns, warum ein so kleines Dorf einen so großen und zudem kostenfreien Parkplatz bereitstellt. In unserem Reiseführer war dieser Ort nicht mal erwähnt. Schnell entdecken wir die Highlights. Hier gibt es 3 Kurzwanderwege, die die eigenständige Begehung einer Bananenplantage ermöglichen. Das gefällt uns. Durch die Plantage läuft eine Levada und an dieser laufen wir entlang.

Wanderweg durch die Bananenplantage in Madelene do Mar

Sehr spannend sind die verschiedenen Stadien der Bananen zu sehen – so wie hier haben wir es auch noch nie gesehen. Da rollt sich ein Blatt hoch und darunter sind die Jungbananen versteckt:

Jungbananen

Einige der Stauden sind in blaue Tüten verpackt, wir vermuten entweder Schutz vor Schädlingen oder Isolierung zur schnelleren Reifung. Leider gibt es keine Erklärtafeln.

halb verpackte Bananenstaude in Madalene do Mar

Von leicht exponierter Stelle können wir über die gesamte Plantage schauen. Das ist auf jeden Fall beeindruckend und sicherlich ist diese Plantage noch eine von den Kleineren dieser Erde.

Bananenplantage von oben

Ein weiteres Highlight in Madalene do Mar ist der Paragliding-Landeplatz – der ist genau am Strand. Einige Paraglider schweben erst über der Bananenplantage und landen dann – bisschen makaber: Der Landeplatz befindet sich direkt gegenüber vom Friedhof.

Paragliding Landeplatz Madalene do Mar

Das Wetter ist einfach zu schön, um die 20° Grad in der Sonne gefühlt deutlich wärmer. Wir entschließen uns zur kleinen Einkehr in der Taberna Madelene do Mar. Draußen ist noch ein Tisch frei. Für jeden gibt es wieder ein „Bolo de Caco“ also wieder so ein Sandwich. Für mich mit Käse und Knoblauchbutter.

Für Marcus die Variante mit Fisch. Zusammen mit einem alkoholfreiem Bier und einer Cola schlägt die Einkehr mit 23,40 zu Buche. Die bei Touristen beliebte Lage mit Blick aufs Meer macht sich auf jeden Fall bemerkbar. Leider gibts keine Ermäßigung für vorbeirasende, getunte Motorräder. Ab und an wird’s deshalb sehr laut.

Einkehr in der Taberna Madalena do Mar
Einkehr in der Taberna Madalena do Mar

Zum Abschluss bummeln wir auch hier nochmal die moderne, barrierefreie Promenade entlang. Das Meer schlägt hohe Wellen, an der Aussichtsbrücke gibt es einen Badeversuch, bei dem das Meer fast einen jungen Mann eingesogen hätte. Nach 3 Versuchen gelingt es ihm mit Hilfe seiner Freundin, wieder auf die Treppe zu gelangen. Auf dem Foto sieht man ihn nicht, da er gerade in der riesigen Welle verschwunden ist. Von oben gucken zwei andere Touristen auf die Badenden herab. Verrückte Welt.

Promenade in Madelene do Mar

Auch wir bummeln mal auf den Steg, mit riesiger Wucht brechen sich die Wellen am Betonpfeiler. Das ist fast ein wenig unheimlich auch wenn auf dem Foto das Meer sehr ruhig ausschaut.

Auf dem Steg in Madelene do Mar

Und von der Promenade aus gibt es auch noch einen schönen Blick aufs Gesamtsetting. Der Steg und der der Felsen samt seiner geologischen Zeichnungen.

Madelene do Mar

Und während sich Himmel und Horizont in bläulich-schimmernder Farbe so langsam angleichen, fahren wir ins Heimatdorf zurück. Später wird sich unerwarteterweise ein minimaler Streifen Abendrot nochmal den Himmel erobern, dann bricht die Dunkelheit herein.

Sonnenuntergang Madeira im Dezember

Tagesfakten:

  • Tank: 37,17 Euro
  • Einkehr Museum: 7,60 Euro
  • Einkehr Taverne: 23,40 Euro
  • Gehstrecke: 13816 Schritte / ca. 9,1 Kilometer – mehr als wir vorhatten zu gehen.

Tag 10: Levada do Castelejo bei Sonnenschein, Funchals Weihnachtsbeleuchtung bei Starkregen

Nach 26.200 Schritten sowie unfassbaren Wettersprüngen fühle ich mich heute fast zu müde, um noch was anständiges zu tippen. Für paar Impressionen sollte es reichen. Denn zu schön war die 11 Kilometer lange Wanderung auf der Levada do Castelejo.

Levada do Castelejo / Madeira im Dezember
Levada do Castelejo / Madeira im Dezember

Und wir sind noch nicht mal richtig in die Tour gestartet, springt schon wieder die „Blüte des Tages“ in die Linse. Eine Hibiscusblüte oder wohl auch „Chinesischer Roseneibisch“.

Hibiscus auf Madeira im Dezember

 

Wir konnten unser Glück kaum glauben, dass auf der Ostseite der Insel heute allerbestes Wetter herrschte. Nach nur wenigen Metern flogen alle Jacken in den Rucksack – es ging im T-Shirt weiter. Zudem sind wir für derzeitige Touristen-Verhältnisse recht wenigen Menschen begegnet, was uns ein schönes Naturerlebnis mit tollen Ausblicken in die Landschaft beschert hat.

Levada do Castelejo / Madeira

Bisschen knifflig war diese Levada insofern, dass der Weg zwar grundsätzlich breit ausschaute – aber eben nur ausschaute. Mit Beginn der Grasnarbe ging es zumeist straff nach unten, mussten wir gut aufpassen, wo wir hintreten. Ein Weg, der wie viele Levadawege keinen Stolperer erlaubt. Mal gab es eine Absicherung, dann wieder mal nicht – grundsätzlich war der Weg gut machbar, führte aber konstant an der Abhangkante entlang.  Hier ein paar Impressionen:

Levada do Castelejo / hier mal mit Absicherung
Impression Levada do Castelejo

 

Baumabstürze auf der Levada do Castelejo

 

schöner Ausblick ins Tal / rechts die Levada do Castelejo

 

am Ende der Tour gabs heute mal eine kleine Hängebrücke

 

und noch ein Foto vom Anfang der Tour – diese führt durch Siedlungsgebiet und wir konnten ein wenig in die Gärten der Einheimischen lugen

Am Ende der Tour kehren wir in die Snackbar ein, wir freuen uns total, dass wir auf der oberen Terrasse sitzen dürfen – von außen sah sie so aus, als wäre schon zu. Kaum komme ich dort an, werde ich von einer schwarzen Katze erst angemauzt, dann bestiegen. Als sie merkt, dass wir nicht zu erweichen sind, fährt sie die Krallen aus und hakt sich in meinen Oberschenkel, na zumindest in die Hose. Kleines armes, süßes Miststück, was die Touristen anbetteln muss.

Es ist circa 16.00 Uhr – und ich möchte unbedingt noch nach Funchal. Zu gern möchte ich die Lichter der Stadt sehen. Schon im Vorfeld hatte ich bei Park 4 Night einen Parkplatz („Amazonia Parking“) gefunden. Tagesgebühr 2,50 Euro und sehr nah an der Altstadt. Den steuern wir an.

Und dann rein ins Getümmel. Schon morgens hatten wir gesehen, dass heute 2 Kreuzfahrtschiffe im Hafen lagen – abends war es nur noch die Aida – aber das genügt ja eigentlich. Die Stadt ist rappelvoll und gefühlt ist überall in den kleinen Gassen Stau. Gar nicht so leicht, ein halbwegs vernünftiges Foto zu machen.

Wir fangen mal in der berühmten Gasse mit den bemalten Türen an.  Die „Rue de Santa Maria“ und Nebenstraßen.

Auch in der Markthalle gelingt das Fotografieren noch halbwegs – Obststand in der Markthalle Funchal / „Mercado dos Lavradores“. Für die Touristen inszenieren die Händler ihre Waren auf allerschönste Art und Weise. Aber Vorsicht: Auch wenn es verlockend ausschaut, diverse YouTube-Dokus berichten hier von Abzocke. Das Gemüse soll teilweise völlig überteuert verkauft werden. Im Zweifel fragt man halt, was die 2 Äpfel kosten sollen und wenn es ein utopischer Preis ist, legt man sie wieder zurück. Man muss das nicht kaufen – auch nicht als vielleicht in dem Sektor unerfahrener Kreuzfahrtnovize.

Markthalle / Mercado dos Lavradores

Trockenfrüchte, frisches Obst und Gemüse, Taschen aus Kork, Magnete. Dann noch ein Blumenstand und dann wiederholt es sich schon. Schnell sind wir durch und knipsen uns nun eine wenig durch die Nacht. Leider hat es angefangen zu regnen, weshalb ein bisschen die Ruhe für den besten Fotospot fehlt.

in der Fußgängerzone Funchal

Wir rennen kurz über den Weihnachtsmarkt, der Sprühregen setzt nicht nur uns zu – wie von Zauberhand tauchen Regenschirmverkäufer auf. Wir bleiben stark, ziehen die Kapuze über den Kopf und laufen weiter.

Weihnachtsmarkt Funchal

Einfach nur ein Lichtspiel. Im Vordergrund die 3 Lichtengel mit leichter Spiegelung auf den nassen Gehwegplatten, im Hintergrund der mächtige Laserstrahl vom Hafen, wo eigentlich eine tolle Party hätte stattfinden können, doch die meisten eilen nur vorbei, vor der Bühne ist es komplett leer.

Engel vor der Kirche und Lasershow im Hintergrund

Der kleine Stadtpark in Funchal schießt fast den Vogel ab, was die Verkitschung angeht. Leuchtkugeln, Leuchtgeschenkpakete, Leuchtschlitten, Leuchtfiguren, Leuchtbrieftaube – alles umgarnt von Lichterketten, welche permanent ihre Farben ändern. Ziemlich verspielt und in Summe alles ganz schön überfrachtet.

im Stadtpark Funchal

Der Regen wird so stark, dass einer von uns nur noch zum Auto will – mir ist inzwischen alles egal, wir sind eh schon komplett nass. Feinste Sprühdusche. Wir rasen nochmal schnell am Hafen vorbei – hier liegt die riesige AIDA. Der Kreisverkehr im Vordergrund ist mit ziemlich großen Kerzen geschmückt.

AIDA im Hafen von Funchal

Und das letzte Foto von heute – auch noch am Hafen, wie gesagt – mit Bühne und Rummel und heftigstem Sprühregen, als würde man unter einer Dusche stehen. Bei etwa 18° Grad noch gut machbar aber wir wissen, dass die Kälte kommen wird, deshalb geht es im straffen Schritt zum Auto zurück. Wir sind überrascht, wie glatt die Fußwege in der Stadt sind.

Am Hafen von Funchal / Dezember

Tageszusammenfassung: 

  • Schritte: 26.200 / ca. 20,2 Kilometer / 11 km davon auf der Levada
  • Einkehr Snackbar Levada: 9 Euro (2 Kaffee + 250 Gramm Kekse)
  • Einkehr Funchal: 2 Pizza / 1 Coke / 1 alkoholfreies Bier: 31,00 Euro
  • Parken Funchal: 2,50 Euro
  • Sonne: herrlich viel bis 16.30 Uhr
  • Regen: zu viel am Abend

Tag 11: Fehlentscheidung? Übertourismus auf der Levada der 25 Fontes

Allerbestes Wetter herrschte an diesem Tag über der ganzen Insel, selbst die Gebirgszüge waren wolkenfrei – so haben wir es die ganze Zeit noch nicht gesehen. Wir fahren ein 2. Mal ins Rabacal-Gebiet auf etwa 1000 Meter Höhe herrschen gegen 10.00 Uhr etwa 10° Grad. Wir möchten die 7,6 Kilometer lange Wanderung zu den 25 Quellen machen. Wir wissen, dass diese Wanderung eine der beliebtesten auf Madeira ist und wir sind sie 2017 bereits schon einmal gewandert – unsere Entscheidung grenzt an Beklopptheit, wir wagen es und stürzen uns ins Getümmel.

Einen Parkplatz bekommen wir heute an der Fatima Kapelle problemlos, alles eine Frage der Uhrzeit. Der erste Teil der Wanderung startet auf einer unromantischen Asphaltstraße. Nach etwa 1,9 Kilometern zweigt ein Weg Richtung Risco-Wasserfall ab – den nehmen wir gleich noch mit, denn er zählt mit seinen etwa 100 Metern wohl zu den höchsten Wasserfällen auf Madeira.

Auf dem Weg dorthin treffen wir schon auf die erste geführte Wandertour, eine dicke Traube Menschen steht auf dem Weg – sie werden aufgeklärt, dass sie wegen den quer wachsenden Bäumen auf ihre Köpfe aufpassen sollen und die Wanderleiterin führt auch noch mal vor, wie man sich duckt. Was soll ich nur dazu sagen? Lieber schnell ein Foto vom Wasserfall machen – um dorthin zu kommen, ging es mal wieder unter einer Wasserfalldusche hindurch.

Risco-Wasserfall ca. 100 Meter / Madeira / Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de

Weiter geht’s auf den Weg zu den 25 Fontes. Unzählbar viele Horden von Menschen ziehen in Perlenschnur an uns vorbei, später am Abend werden wir lesen, dass heute am 30.12.25 – ganze 3 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 15.000 Touristen in Funchal liegen – das erklärt einiges.

Dann steigen wir sehr viele Treppenstufen hinab. Vom Auto bis zum Erreichen der eigentlichen Levada sind wir über 300 Höhenmeter abgestiegen. Der Weg an der Levada entlang ist ganz hübsch, da kann man wirklich nicht meckern. Er ist touristisch aufgearbeitet, teils gepflastert – es gibt keinerlei unsichere Stelle. Überall dort, wo der Weg empfindlich schmal wird, ist ein Absperrseil und ansonsten ist der Weg oft auch sehr breit.

Mit bisschen Glück erwische ich ab und an eine Lücke, wo kein Tourist vor der Linse rumhopst. Das war bei dieser Wanderung eigentlich die größte Herausforderung.

hier sind irre fotogen weil schräg wachsenden Bäume sowie der gepflasterte Weg ganz gut zu sehen

An den naturbelassenen Stellen hat sich nach dem ausgiebigen Regen gestern Abend hier und da eine Pfütze gebildet. Wasserfeste Schuhe sind auf Madeira im Winter Gold wert, sagte ich das schon? Erstaunlich, wie viele Menschen in ganz normalen, teils blütenweißen Turnschuhen auf diesen Wegen auftauchen – die sind hundertprozentig hinterher nass und absolut dreckig.

Pfützen und Marcus auf dem Weg an der Levada

Den eigentlichen Schocker erleben wir, als wir das Ziel dieser Tour, einen Minitalkessel erreichen. Hier stauen sich die Massen, stehen teils wie die Lemminge in Schlange, um einen weiteren Wasserfall zu besichtigen, aufs beste Fotomotiv zu warten, zu baden, zu picknicken oder genau wie wir, sich selbst fürs Hiersein für bekloppt zu erklären. Schön ist wirklich anders.

25 Fontes

Wir wissen nicht, ob wir lachen oder weinen sollen. Fakt ist – nun sind wir mal da und versuchen natürlich ein Foto vom Wasserfall zu machen. Es wird wohl eher ein Wimmelbild.

Wasserfall Wanderung 25 Fontes

Die Szene wird getoppt, als zwei Ladies sich bis auf die Bikinis entblättern und irgendwas zwischen theatralisch und fotogen ein kühles Bad vor versammelter Masse nehmen. Man man man. Da kommt noch nicht mal mehr Neid auf. Das ist einfach nur Fremdschämen. Noch mehr Kameras werden gezückt – ganz sicher nur, um den Wasserfall zu fotografieren. (später stehen die zwei Damen an einem winzigen Aussichtspunkt in Bikinihose an einem Aussichtspunkt und lassen sich von der Sonne wärmen.)

Wir entkommen dem Getümmel, machen auf einem Seitenweg, wie so viele Wanderer, eine Pause. Hier werden eine Menge Pausenbrote verspeist, das wissen wohl auch die kleinen Vögel, die sich auch ohne Lockmittel erstaunlich nahe trauen. Aus dem Grund wollte Marcus heute gern ein Foto beisteuern, denn allzu bereitwillig lassen sich diese Vögel hier fotografieren.

Madeirabuchfink / Foto: Marcus Kahl – fotokahl.de

Dann ziehen wir weiter, die Menschenmassen erzeugen regelrecht Unmut bei mir – ich muss da weg. Auf dem Rückweg rutsche ich vor lauter Unachtsamkeit etwas weg, Gott sei Dank nix passiert – aber diese Gruppen, die alle paar 50 Meter den Weg verstellen, waren definitiv auf dieser Tour anstrengend. Dabei wollen alle nur die gleiche Natur bewundern. Krass eigentlich, wie es an manchen Stellen kumuliert.

Und auch an weiterer Stelle zeigt sich ein Kuriosum. Wo einer steht – stehen bald alle. Wo einer mit einer größeren Kamera steht, wittert man das ganz besondere Fotomotiv. Minutenlang stehen diese Leute hinter Marcus und lauern, wann er endlich den Top-Spot freiräumt. Irgendwie lustig – aber irgendwie auch anstrengend, wie diese 3 Leute ohne jegliches Gefühl für Grenzen, einem auf die Pelle rücken.

Marcus wird belagert – wo einer steht, stehen bald viele!

Und da wären wir auch gleich mal wieder beim nächsten Thema, was durch zu viele Touristen immer wieder auftaucht. Das Thema mit den Taschentüchern in jeder möglichen Nische. Absolut ekelhaft und immer wieder meine Frage: Warum nehmt ihr die Tücher nicht einfach in einer Plastiktüte mit?

mal wieder eine Pinkelecke.

Auf dem Rückweg nehmen wir einen kleinen Abzweig über eine Alternativroute, von einer recht schattigen Wanderung kommen wir nun langsam wieder in die Höhe, ins Licht. Das tut gut.

Da vorne ist Sonne, da muss ich hin – ist nämlich verdammt kalt an den Levadas und bei den Wasserfällen

Für einen Moment könnte man glauben, wir wären allein…

und noch mehr Licht am Ende des dichten Baumtunnels

Aber nein, da zuckeln die Massen vor uns her. Es ist einfach unglaublich, was sich heute am 30.12.25 hier über die Wanderwege gewalzt hat.

stopfenvolle Wanderwege rund um Rabacal

Trotzdem bleibt der Blick fürs Schöne. Die Schatten, die dieser Baum auf den Weg geworfen hat, haben mir total gefallen. Na und so knipst man sich zurück zum Auto.

Schattenspiel

Am Ende bleibt der etwa 1,7 Kilometer lange Aufstieg über die eigentlich recht tröge Asphaltstraße. Tourbusse donnern viel zu nah an uns vorbei und fahren die Laufunwilligen hoch. Irgendwo weiter hinten kreiselt ein Hubschrauber, holt wahrscheinlich die Frau, die wir haben auf der Treppe sitzen sehen – die, weshalb uns eine Rettungseinheit in leuchtenden Klamotten samt Trage entgegen kamen. Hut ab vor diesen Rettern, die auf diesen Wegen noch Leute transportieren.

Zwei Aussichtsstellen gibt es auf diesem Streckenabschnitt – die Sicht am Nachmittag: Famos.

Blick in die Berge bei Rabacal / Madeira

Tja – aber eins konnte ich von dieser Wanderung nicht mitbringen. Die „Blüte des Tages“.

Auf der kühlen Höhe von gut 1000 und paar mehr Metern blüht zur Zeit nur der Ginster, den hatte ich vor paar Tagen schon gebracht. Deshalb ist die „Blüte des Tages“ heute aus der Konserve – von unserer Wandertour durch die Bananenplantagen in Madalena do Mar – dort machte es sich zwischen den Steinmauern diese hübsche Blüte bequem.

Tradescantia – „Mexikansiche Dreimasterblume“

Unser Wandertag endet mit dem Gesicht zur Sonne gewandt auf dem Parkplatz, wo wir mal wieder in Ermangelung besserer Möglichkeiten eine Tüte Chips vernaschen. Es gäbe zwar die sogenannte Einkehrmöglichkeit in der „Casa Rabacal“, doch erstens roch es hinter der Hütte unfassbar eklig nach Urin, da viele Touristen das Münz-Drehkreuz und die damit verbundene Warteschlange scheuen – und zweitens stand am Tresen auch noch eine Schlange – och nö.

Nachdem es mich beim Einkauf im geliebten „Pingo Doce“ in der Stockfischecke geruchstechnisch mal wieder fast aus den Latschen gehoben hat, landen wir irgendwann in aller Einsam- und Gemütlichkeit in unserer Ferienwohnung. Gott sei Dank leise, weit weg vom Trubel. Hier naschen wir dann eine Süßigkeit aus dem Pingo Doce – „Pastel bom Bocade“ – also ähnlich wie Pastel Nata, nur nicht mit Blätterteig sondern so einer Art Buiscuitteig und eben der besagten Puddingfüllung.

Und damit ihr nicht denkt, wir würden nur ungesunde Sachen essen, gibts nun noch ein Foto aus unserer Küche mit Dingen – die sich neben Chips, Pastel Nata und Co. dort auch noch finden lassen:

Obst und Gemüse in unserer Ferienwohnungküche

Tageswerte:

  • Schritte: 18.600 Schritte / ca. 12,4 Kilometer / ca. 340 Höhenmeter hoch und runter
  • Einkauf Pingo Doce: ca. 25,00 Euro

Tag 12: Silvester in Funchal Madeira

Hatte ich tatsächlich die Befürchtung, aufgrund von Sturm und Regen nichts mehr berichten zu können? Ja – es war ein heftiger Sturm und sehr viel Regenfälle für den Silvestertag gemeldet. Also lassen wir es ganz ruhig angehen, bummeln seltenerweise mal bisschen in unserer Ferienwohnung rum. Ich schneide ein bisschen an einem Frankreichvideo weiter und Marcus liest ein wenig. Der Tag fing mit sehr schönem Licht an.

Silvester auf Madeira / der Morgen in Prazeres
Silvester auf Madeira / der Morgen in Prazeres

Am frühen Nachmittag dinieren wir einfach aber gut, stärken uns für das, was dann noch alles folgen soll. Es gibt Toast, Eier, Avocado, Käse, Tomaten und Gurke.

unser Dinner am Silvestertag auf Madeira
unser Dinner am Silvestertag auf Madeira

Der Plan für den Abend ist: Soviel wie möglich Aussichtspunkte in Funchal abfahren und den wählen, wo der Weg zur Aussicht gen Feuerwerk, so es denn tatsächlich stattfindet, am kürzesten ist, damit wir im Zweifel bei Regen im Auto sitzen können.

16.19 Uhr mache ich das erste Bild. Der erste Aussichtspunkt ist ein Volltreffer.

Silvester in Funchal, Ankunft am Aussichtspunkt kurz nach 16.00 Uhr - perfekter Spot für das Feuerwerk
Silvester in Funchal, Ankunft am Aussichtspunkt kurz nach 16.00 Uhr – perfekter Spot für das Feuerwerk

Wir sind natürlich viel zu früh, bekommen dafür einen erstklassigen Parkplatz in der ersten Reihe, genau wie wir es uns gewünscht haben. Na bitte. Wir experimentieren gar nicht – wir bleiben. Einige Einheimische waren sogar noch vor uns bzw. trudeln kurz nach uns ein und parken ihr Auto, um dann vom Aussichtspunkt wieder wegzulaufen.

Klug. Denn uns bleibt nun leider nur, bis Mitternacht auszuharren. Das sind knapp 7,5 Stunden an einem Aussichtspunkt. Wieder einmal erklären wir uns verrückt – dennoch: Alles richtig gemacht, denn der Parkplatz füllt sich zusehends. Wir sind erstaunt: Ein Motorrad mit Blaulicht kommt an, ein Polizist regelt ab nun die Parkmanöver. Alles läuft erstaunlich gesittet ab, der Polizist bekommt ein Getränkt gesponsert.

Wir beobachten die Ankünfte der insgesamt 13 Kreuzfahrtschiffe. Ein mächtiges Spektakel. 13 verdammte Kreuzfahrtschiffe zusammen in einer Bucht, wann gibt es so etwas denn schon mal? Wahrscheinlich nur zu Silvester in Funchal.

Irgendwann fährt die „MeinSchiff Relax“ nochmal raus – um später am Abend wiederzukommen. (auf dem oberen Bild liegt sie noch am Steg – hier fährt sie gerade raus).

Silvester in Funchal - noch mehr Kreuzfahrtschiffe kommen an
Silvester in Funchal – noch mehr Kreuzfahrtschiffe kommen an

Sicherheitshalber haben wir unsere Stative schon mal in der ersten Reihe drappiert – erstaunlicherweise hat sich keiner so wirklich rangetraut. Beim Auto sah das schon anders aus, das wurde sehr gern zum Anlehnen benutzt. Ich bete, dass die Herrschaften keine Nieten an ihren Hosen haben.

So wie es ausschaut, stehen vor allem Einheimische rund um uns herum. Wir nehmen die Portugiesen als selbstbewusste, respektvolle Menschen war. Bis auf den einen, der direkt neben uns einen Geländewagen diagonal parkt und beim hektischen Parkmanöver mehrmals in die Kakteen fährt.

die erste Reihe füllt sich, unsere Stative erzeugen leicht Ehrfurcht - es stellt sich keiner davor. So etwas gäbe es in Deutschland glaube ich nicht.
Die erste Reihe füllt sich, glücklicherweise stellt sich keiner vor die Stative. So etwas gäbe es in Deutschland glaube ich nicht.

Wir vertreiben uns irgendwie die Zeit, ich mache mehrere Timelapse, wir telefonieren 1,5 Stunden nach Leipzig, wir sitzen paar Regenschauer aus und dann soll sich tatsächlich unser aller Wunsch erfüllen.

Das Wetter hält und das Silvester-Feuerwerk in Funchal lässt die Stadt nahezu explodieren. So etwas haben wir überhaupt noch nirgends erlebt. An wohl 59 Stationen werden die Feuerwerkskörper gestartet und welch Freude – eine davon befindet sich direkt vor unserem Hang. Mega.

Ich konnte das gesamte Feuerwerk in Funchal durchfilmen, das Video ist bereits auf meinem YouTube-Kanal zu sehen. Einfach „Tripp Tipp“ in die Suchleiste bei YouTube eingeben und du kommst direkt hin.

Eine erste Fotoimpression zum Feuerwerk in Funchal gibts von Marcus, mal schauen, was seine Fotoausbeute später noch hergibt:

Feuerwerk in Funchal I Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de
Feuerwerk in Funchal / Foto: Marcus Kahl / fotokahl.de

Kaum ist das Feuerwerk vorbei, hüpfen die Einheimischen in ihre Autos oder ziehen zu Fuß vom Hang. Der Platz leert sich zügig – ob das jetzt wegen dem drohenden Unwetter oder prinzipiell so ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war sehr angenehm, dass nicht jeder massig Böller durch die Menschenmassen geworfen hat. Die einzelnen Blitzknaller, die zwischen den Kakteen landeten, waren noch richtig süße, angenehme Knaller – nicht diese Megaböller, die man in Deutschland bereits schon Tage vor Silvester hört.

Auch der leichte Stau gen Autobahn läuft völlig ruhig ab. Kein Gedränge, kein Gehupe – sehr angenehm. Da können wir hektischen Deutschen uns wirklich eine dicke Scheibe von abschneiden.

Wirklich beseelt kommen wir in der Ferienwohnung in Prazeres an. Kaum sind wir drin geht ein Unwetter mit Sturm und peitschendem Regen los, dass sich die Palme vorm Fenster nur so biegt. Huch: Da haben wir wohl richtig dolle Glück gehabt.

  • Tagesausgaben: keine 
  • 80 Autokilometer / Hin- und Rücktour zum Feuerwerk in Funchal

Und was machen wir mit der „Blüte des Tages“ wenn es mal wieder keine gab? Es gibt wieder eine aus der Konserve. Ganz in der Nähe unserer Ferienwohnung habe ich schöne Dahlien entdeckt. In Deutschland dürften sie locker durch sein – hier stehen sie in voller Pracht und vielen Farben.

Dahlien auf Madeira im Dezember
Dahlien auf Madeira im Dezember

Tag 13: Die Ruhe nach dem Sturm – Neujahrsgammelei, kurzer Spaziergang und das erste Video ist fertig

Wild hat Sturm Francis die Insel Madeira durchgeschüttelt, massig Wasser kommt auch jetzt immer noch vom Himmel. Immer mal wieder sind wir in der Neujahrsnacht aufgewacht, weil der Sturm an unsere Fenster peitscht. Das ist die Kehrseite vom schönen Meerblick.

Auch den Dekoweihnachtsmann hat es hart getroffen – Mütze weg:

Sturm klaut Weihnachtsmann die Mütze – frech!

Ansonsten haben wir es heute banal angehen lassen. Die letzte Nacht hängt uns mit viel zu wenig Schlaf in den Knochen. Außerdem startet der Tag mit dicken Regentropfen, die weiter gegen unsere Scheiben peitschen. Müsli hilft gegen alles – wir frühstücken und ich mache mich dann an die Verarbeitung des Videomaterials der letzten Nacht. Marcus bereitet parallel ein Vorschaufoto für das YouTube-Video vor.

Alles zusammen hat geklappt – das fulminante und vollständige Feuerwerk in Funchal 2025/2026 kannst du hier bestaunen:

Feuerwerk Funchal – hier gehts zum YouTube-Video 

Irgendwann am späten Nachmittag klart es tatsächlich kurz auf, wir nutzen das kurze Zeitfenster und machen einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt im Ort. Marcus unterhält sich mal wieder mit einem Einheimischen auf vier Pfoten. Bis zum Mittelstreifen durfte er ran, danach wurde die Heimzone bellend verteidigt:

qualifizierte Unterhaltung mit einem Einheimischen aber bitte Abstand halten

So dick die Wolken heute auch waren, haben wir Glück, erwischen gute Lichtstimmung zum Sonnenuntergang:

Aussichtspunkt

Einfach Wahnsinn diese zwar einerseits tosende und andererseits beruhigende Weite. Da hinten unten liegt Paul do Mar, der Ort den wir über den straffen Abstieg an der grünen Küste erreicht haben.

Küste im Sonnenuntergang

Und die „Blüte des Tages“ ist uns heute das erste Mal aufgefallen, dabei haben die meisten von euch so ein Ding wahrscheinlich zu Hause rumstehen. Der Geldbaum oder Crassula ovata – hier allerdings nie gesehen mit Blüten und man kennt ihn auch unter den Namen Elefantenbaum, Pfennigbaum, Speckeiche oder Dickblatt (Quelle: samenhaus.de)

Geldbaum

Ein gemütlicher Tag ohne Ausgaben und nur wenigen Kilometern. Auch solche Tage gibts, tssss.

  • Schritte: 3875
  • Kilometer: 1,8 Kilometer

Tag 14: Inselrundfahrt, Aussichtspunkte und noch mehr Krippen

Wettertechnisch klang dieser Tag wenig verheißungsvoll. Auch am 2. Januar 2026 blieben alle offiziellen Wanderwege gesperrt.  Setzen wir uns – falsch – rennen wir so schnell es geht die etwa 20 Meter vom Haus zum Auto, um dem nächsten unterirdischem Regenguss zu entkommen, sonst hätten wir gleich zum Umziehen wieder rein gehen könnten. Irre, was der Himmel hier ausschüttet.

Doch wie von Zauberhand klart es im Inselosten mal wieder auf. Unser erster Stop ist oberhalb vom Flughafen in Santa Cruz, hier kann man ganz gut Starts und Landungen beobachten. Der offizielle Name des Flughafens ist übrigens: „Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo“ und es ist der einzige Flughafen der Insel und zählt aufgrund von gewissen Windbedingungen als einer der schwierigsten an- und abzufliegenden Flughäfen in Europa. Ursprünglich war die Landebahn nur 1600 Meter, nach Verlängerung auf 2800 Meter  können nun wohl auch größere Flugzeuge landen.

Spot zur Flugzeugbeobachtung / Funchal / Madeira
Spot zur Flugzeugbeobachtung / Funchal / Madeira

Wir finden noch einen weiteren ganz guten Spot, wo wir ein paar Flugzeuge beim Landeanflug filmen können Schon bissi gruselig, wenn die so nah auf einen zukommen.

Auf der Suche nach weiteren Spots landen wir an der Kirche des kleinen Örtchens Água de Pena. Ich kann nicht anders – ich muss die Krippe fotografieren – denn während sie mit ihren Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe zum heiligen Christuskind eilen, durchqueren sie frisch gepflanzte Salatbeete. Es geht doch nichts über Details – irgendwie süß.

Krippe in Água de Pena
Krippe in Água de Pena

Irgendwann nur paar Kilometer weiter stehen wir deutlich höher als die Flieger im Landeanflug, fast nur schemenhaft kann man die Landebahn ausmachen – dafür wird die dichte Besiedelung dieses Ortes Machico umso deutlicher. Jedes Fleckchen ist bebaut.

Blick auf das dicht besiedelte Machico samt Strand

In die andere Richtung geguckt sehen wir das östlichste Zipfelchen, die 9 Kilometer lange Landzunge „Blick auf die östlichste Inselspitze: „Ponta de São Lourenço“. Dieses Mal sind wir dort nicht gewandert – 2017 hatten wir das bereits gemacht und das Beitragsbild des damaligen Berichtes war eine Aufnahme dieser Landzunge. 

Blick auf die östlichste Inselspitze: "Ponta de São Lourenço"
Blick auf die östlichste Inselspitze: „Ponta de São Lourenço“

Wir umrunden den Inselosten und fahren rüber nach Porto da Cruz. Vielleicht ist es Zeichen der Winterzeit, vielleicht hat dieser Ort aber auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Hier und da blättert der Putz und wirken die heiß beworbenen Badebecken etwas verkümmert, manche Restaurants sind zu. Trotzdem seppeln eine Menge Touristen die auch hier eigens zum Flanieren geschaffene Promenade auf und ab. Das Rumbrennerei ist bestimmt interessant aber nicht so unser Thema, wir laufen vorbei.

Wetterbedingt hat die Felsenküste ein paar Brocken abgeworfen also auch hier schnell vorbei, nicht das noch mehr runterkommt und irgendwo liegt auf dem Weg eine fette, tote Ratte. Ungefähr die sechste, die wir in dieser Zeit auf der Insel sehen. Man versucht den Tieren hier und da mit Rattengift Herr zu werden, Schilder weisen darauf hin. Will ich gar nicht weiter drüber nachdenken. Und hier wie vielerorten sieht man auch einen Baukran.

Porta da Cruz – Badebereich an der Promenade

Der Blick aufs Meer und die Felsenküste sowie den Wasserfall ist auf jeden Fall atemberaubend. Wir haben auch hier Glück mit etwas Sonne.

Porto da Cruz

Dann würden wir gern einkehren, tuen uns heute irgendwie schwer. Schauen uns genau die Google-Rezensionen an. Am besten bewerteten Restaurant steht eine Schlange. Stoffservietten vertragen sich auch nicht so gut mit unseren dauerhaft verschlammten Schuhen.

Dazu kommt, dass die Plätze in den Lokalen schnell weg sind also landen wir im Restaurant „The Wave“ und können feststellen, dass google-Bewertungen nicht immer stimmen. Wir werden freundlich bedient, klar – wie beschrieben, dauert es ungefähr 10 Minuten, bis die Getränke kommen. Auch auf das Essen müssen wir relativ lange warten. In Summe hat der Restaurantbesuch etwas mehr als eine Stunde gedauert, was für uns schon eine halbe Ewigkeit aber es gibt schlimmere Plätze zum Verweilen und das Essen war wirklich gut. Die zwei Regenschauer haben wir gut geschützt unter dem riesigen Schirm aussitzen können und der Blick aufs Meer ist doch sehr nett. Und übrigens saß auch hier wieder eine bettelnde Katze neben mir. Gibt unfassbar viele Katzen auf der Insel.

Blick vom Freisitz „The Wave“ in Porta da Cruz / Madeira

 

Nein, Nudeln mit Gemüse ist wirklich nix für Katzen.

Und hier noch kurze Impressionen aus dem Ort. Über den Wasserhähnen sind häufig sehr hübsche Bilder an der Wand angebraucht, wenigstens etwas versucht man die Geschichte der Orte zu erhalten.

Brunnen in Porta da Cruz

An der Kirche hat wahrscheinlich der Sturm ein Tor umgeworfen. Eigentlich war zu – aber eigentlich war nun offen, spazieren wir also mal kurz rein, denn wann hat man schon mal die Möglichkeit Papaya am Papayabaum oder auch Melonenbaum zu fotografieren? Hier standen wir leicht erhöht, dass mussten wir einfach mitnehmen:

Papayas am Baum

Hier in Porta da Cruz finde ich auch die „Blüte des Tages“. Wenn ich der google-Suche trauen darf, dann handelt es sich um die „Middendorfs Taglilie“. Frisch beregnet.

Middendorfs Taglilie

Einmal rund um die Kirche und auch die Kerne und grüne Schale enthalten das eiweißspaltende Enzym Papain, was in seiner Wirkung dem im Magen vorkommenden Pepsin gleicht und deshalb über Fertigpräparate bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird. (Quelle: Wikipedia)

Einmal rund um die Kirche gelaufen, stellen wir fest, dass diese geöffnet ist und mal kein Gottesdienst stattfindet. Da spazieren wir mal rein und auch hier hat man den Altarbereich mit einer riesigen sehr phantasievollen und detailreichen Krippe versehen.

Krippe in der Kirche in Porta da Cruz

Am Abend lese ich, dass der Brauch der Krippen wie ja unschwer zu erkennen, eine wichtige Tradition auf Madeira ist. Es geht nicht nur um die Geburt Christi sondern die sehr ausschmückenden vor allem Naturelemente solle die Fülle der Natur und den Wunsch nach reichen Ernten darstellen.

Der nächste Stop ist ein ziemlich touristisch aufgearbeiteter Aussichtspunkt. „Aussichtspunkt Guindaste“. Zwei kurze aber für manche wohl dennoch ziemlich aufregende Glasbodenstege sind in Dauerbelagerung. Von einem Miniaufstieg gibt es auf jeden Fall aber wieder einen tollen Blick auf die Nordküste der Insel, hinter uns ein paar recht moderne Neubauten. Wir stehen auf der Türschwelle der Gartentür und lugen mal rein. Mehrere Villen, eine mit Pool, jedoch augenscheinlich noch unbewohnt, innen ist noch alles leer – der Blick über die Küste bestimmt schön aber mit dem Touristenrummel vor der Haustür kann ich es mir nicht vorstellen.

Und: Hier müssen wir mal wieder zum Auto rennen, der nächste heftige Schauer droht. So langsam wird’s auch dunkel, wir streben den Heimweg an.

Aussichtspunkt Guindaste
Aussichtspunkt Guindaste

Tja, auch hier auf der Insel dreht sich die Zeit weiter. Die Ansprüche steigen, die Häuser werden moderner – da freue ich mich, dass wir in Sao Jorge noch dieses kleine alte typische Häuschen inmitten einer Siedlung finden konnten.

typisches altes wahrscheinlich Bauern-Haus in Sao Jorge / im Norden von Madeira

Am nächsten Aussichtspunkt fliegt uns vor lauter Windstärke fast die Kamera aus der Hand, wir haben die Naturgewalt kurz gefilmt und fahren zügig weiter zum nächsten Aussichtspunkt. Um den zu erreichen, fahren wir tatsächlich mal ein Stück alte Straßen. Einige von ihnen sind längst gesperrt, durch Tunnel erstetzt und auch diese hier zum Aussichtspunkt „Bom Jesus“ endet, weil ein dicker Fels und Absperrmaterial die Straße versperrt.

hier gehts für den kleinen Mazda mal nicht weiter…

Der kurze Blick mit dem Abendlicht ist sehr schön aber es ist kalt und windig, auch hier muss ich ordentlich das Smartphone umklammern, damit der Wind es mir nicht entreißt.

Aussichtspunkt „Bom Jesus“ Madeira / Blick auf Ponta Delgada

Von diesem Aussichtspunkt sehen wir etwas weiter unten auch noch Leute rumtoben, ein paar Lichter sind noch an. Schaut fast so aus, als wäre da noch Gastronomie. Also: Hingedüst.

Ein weiteres Stück wunderschöne grüne und felsige Küste tut sich auf.

Küstenblick im Norden von Madeira

Und wir nutzen die Gelegenheit, das wirklich einladend ausschauende Restaurant „Restaurante São Cristóvão“  hat tatsächlich noch auf.

Restaurante São Cristóvão
Restaurante São Cristóvão

Natürlich sind unsere Schuhe im Laufe des Tages nicht besser geworden, deshalb passt uns die Struktur der Gastronomie auf Madeira sehr gut. Im Eingangsbereich gibt es meistens eine kleine, etwas zum eigentlichen Restaurant abgetrennte Snackbar mit wenigen Tischen. Hier sitzt, ich würde mal sagen, der eilige oder der einfache Gast. Hier holt man sich entweder so ein Sandwich oder einen kleinen Kuchen, einen Kaffee. Einen Snack halt. Hier gibt es einfach nur Holztisch, weiter hinten im Restaurant Stoffservietten.

Für uns wird es etwas, was wir in einigen Kuchenvitrinen bereits gesehen aber noch nicht getestet haben. Für mich Passionsfruchtpudding und für Marcus noch ein Stück Karamelpudding dazu. Der Kaffee in dieser Bar ist sehr gut, nach nun zwei Wochen habe ich es endlich drauf, wir eine „Chinese“ zu bestellen. Das ist ein Kaffee mit Milch. Den Pudding kann man mal machen, müsste ich aber nicht ständig haben.

Pudding und „Chinese“ im Restaurante São Cristóvão

Als wir rauskommen ist es zapfenduster und eine fast einstündige Rückfahrt zur Ferienwohnung steht bevor. Durch gut ausgebaute Tunnel funktioniert das recht gut obwohl wir staunen, wieviel Verkehr an einem Freitag Abend herrschen kann.

Kleiner Eindruck zumindest von einem der unzählig und variationsreich erleuchteten Kreisverkehre. Aus einem Tunnel raus, um so einen Kreisverkehr drumherum gefahren und in den nächsten Tunnel rein. Das ist Madeira.

Kreisverkehr im Winter auf Madeira

Und endlich klappt es, dass ich an einer Krippe in unserem Ort Prazeres nochmal aussteige. Häufig sind wir abends hier vorbeidgedüst, ich muss die einfach noch fotografieren – auch hier gar nicht so leicht. Dunkelheit einerseits, der hell erleuchtete Mond und alles wird durch den Sturm durchgeschüttelt. Deshalb ist die Umgebung unscharf.

Krippe in Prazeres

Bei 12° sind wir morgens losgefahren, am Tag hatten wir 19° Grad. Abendliche 13° Grad, Regen und Sturm auf unseren 600 Metern sind recht kühl. Wir werfen die Heizung an.

Tagesausgaben: 

  • Mittagseinkehr Porta da Cruz: 37,00 Euro (Spaghetti mit Gemüse, Thunfisch-Spie, 1 alkoholfreies Bier, 1 Cola)
  • Nachmittagseinkehr: 2 Kaffee, 13 Pudding: 16,00 Euro
  • Schritte: 9087 / ca. 5 Kilometer
  • gefahrene Autokilometer: ca. 160

Tag 15: Massentourismus, nochmal Inselrundfahrt, ein Leuchtturm und Finale an der Kirche in Prazeres

Heute muss ich mich ein wenig sputen, es ist schon spät und es ist noch nicht alles gemacht, was ich heute noch machen muss. Aber tippen möchte ich auch – also los:

Die Wanderwege auf Madeira waren auch heute nochmal wegen des stürmischen und regnerischen Wetters gesperrt also brechen wir nochmals zu einer Auto-Inselrundtour auf. Wollen dort anknüpfen, wo wir gestern im Norden aufgehört haben. Aber wir kommen nicht weit. An der Südküste sehen wir, wie sich der Atlantik aufbäumt. Wir halten an, fangen an verschiedenen Stellen ein paar Wellen ein.

Wellen an der Südküste – der Atlantik bäumt sich auf

Auf einer alten, jetzt als Anwohnerstraße deklarierten Straße, fahren wir, bis es nicht mehr geht. 2017 konnten wir noch durchfahren – es ist die Straße, wo man mit dem Auto ein Wasserfalldusche nehmen konnte. Das geht jetzt nicht mehr. Trotzdem kommen die Menschen in Scharen. Das muss für die Locals schrecklich sein.

Immerhin macht einer ein kleines Geschäft. An einer Bananenplantage werden Bananen verkauft – wir nehmen welche. Es gibt die Kasse des Vertrauens und wer kein Kleingeld hat, kann über einen Scan-Code online überweisen.

Bananenstand / Kasse des Vertrauens

Regen und Sonne wecheln sich intervallweise ab, immer mal spurten wir ins Auto oder lassen uns einfach durch Sonne und Wind wieder trocknen. Hier an dieser Küste finde ich die „Blüte des Tages“. Der ganze Busch besteht aus 3 Farben und schaut in der Sonne fantastisch aus.

Drillingsblume / Madeira Januar 2026

Streng genommen sind es jedoch Blätter, die hier diese tollen Farben haben. Die Blüten sind die kleinen weißen.

Drillingsblume

Wir kommen kaum voran – auch im nächsten Ort bleiben wir eine ganze Weile am Strand. Beobachten einen Surfer, der sich mit den recht großen Wellen rumschlägt. Aus der nebenan befindlichen Gastronomie duftet es herrlich nach Knoblauch, das zieht – wir kehren ein.

Für Marcus gibt es dieses Mal eine Fischsuppe, für mich eine Tomatensuppe. Was ausschaut wie ein Schwapp Schlagsahne ist in Wirklichkeit ein Ei. Auch mal eine interessante Idee in der Tomatensuppe.

Tomatensuppe und Bolo de Cacau / typisches Knoblauchbrot

Die Bar gefällt uns gut. Heute läuft die Bestellung des „Chinesas“ (Kaffee mit Milch) sehr gut und durch die durchsichtigen Wetterschutzplanen können wir die mächtigen Wellen beobachten.

Ondo do Sol / können wir empfehlen / in Lugar de Baixo

Dann aber los, denn eigentlich wollten wir ja noch ein wenig an der Nordküste entlangfahren. Der erste Stop, den wir ansteuern ist ein gigantischer Wasserfall. Was auch gigantisch ist, ist das touristische Geflirre rund um diesen Wasserfall. Ein Kommen und Gehen von Jeeps, kleinen Tourbussen, großen Reisebussen, PKWs – alle hüpfen schnell raus und machen dieses eine Foto:

Fototermin am Wasserfall

Zurück zum Auto haben wir diesen Blick – die Gicht feuchtet die Straße an und immer wieder gibt es kräftige Regenschauer, teils wolkenbruchartig. Die Kunst ist, die hellen Momente für ein schönes Foto zu nutzen um rechtzeitig im Auto zu sitzen, wenn die Welt untergeht.

in die andere Richtung schaut es nicht weniger spektakulär aus

Am nächsten Stop erhaschen wir diesen Blick auf Seixal. Die vorgelagerten Meerwasserschwimmbecken werden durch die stürmischen Wellen geflutet, im geschützten Strandbereich versuchen sich paar Surfer. Während ich mir meinen Rolli anziehe, hüpfen andere im Badeanzug rum.

Blick auf Seixal

Ebenfalls an diesem Stop können wir einen schönen Blick auf die Nordküste einfangen. Während ich in Ruhe den besten Winkel versuche einzufangen, bemerke ich gar nicht, wie sich klammheimlich hinter mir eine Schlange bildet – alle wollen genau dieses eine Foto und so zuckeln wir inmitten der touristischen Meute von Parkplatz zu Parkplatz. Jeder Parkplatz ist gut gefüllt. Überall herrschte heute dieses Kommen und Gehen, vermutlich waren nicht nur wir sturmbedingt auf Inselumrundungstour.

Blick auf die Nordküste bei Seixal

Wir laufen zum Auto zurück, erhaschen im natürlich sich hier befindlichen Souvenirshop einen kleinen Magnet. Als wir uns nochmal zum Aussichtspunkt umdrehen, staunen wir nicht schlecht… jetzt stehen wohl noch paar mehr in der Schlange, um die schöne Küste mit den Strilitzien zu fotografieren. (Die Blüte des Tages von Tag 2)

mächtiger Tourirummel

Den nächsten eigentlich anvisierten Stop hatten wir vor paar Tagen schon mal besucht, insofern begnügen wir uns mit einem Blick von oben auf die Felsen. Wir stehen paar Minuten hier und hören auf einmal über uns weibliches Geschrei. Häh? Wo kommt das denn her? Hoch oben an der Felsenküste fliegt rhythmisch eine Megaschaukel. Soviel zu Touristenrummel. Schade eigentlich, dass diese massiv schöne Natur nicht ausreicht, die Touristen zu unterhalten. Aber gut. Geschmäcker sind verschieden. Für uns reicht ein Felsbrocken im Meer.

Unseren letzten offiziellen Stop für heute kennen wir noch gut aus 2017. Der hübsche Leuchtturm (Faro) von Ponta do Pargo. Wir haben die Westküste erreicht und freundlicherweise zieht der Himmel für ein leichtes Sonnenuntergangssetting auf. Wir stehen eine ganze Weile, sehen, wie der Leuchtturmwärter mit seiner gesamten Familie die Vorhänge in der Leuchtturmkanzel aufzieht und wir sehen, wie der Turm zu leuchten beginnt und ab da beständig seine nächtliche Runde rennt. Wirklich sehr schön. Auf dem Foto sieht der Parkplatz moderat gefüllt aus – als es noch hell war, war auch dieser Parkplatz rammelvoll.

Leuchtturm von Ponta do Pargo

So und eins wollen wir uns zum Schluss nicht nehmen lassen. In den zwei Wochen haben wir es tatsächlich nicht geschafft, die beleuchtete Kirche in Prazeres zu besuchen. Das machen wir noch. Es ist recht kalt auf 600 Metern. Die Temperaturanzeige im Auto zeigt zwar 13° Grad an. Gepaart mit der Nässe, die sich aufgrund des vielen Regens überall befindet und dem heftigen Wind, fühlt es sich eher wie 7-8 Grad an. Wir üben schon mal für Deutschland und fluchen ein wenig, dass die Lichterketten vom Wind geschaukelt werden – so bekommen wir die natürlich überhaupt nicht scharf. Egal.

Kirche in Prazeres mit Weihnachtsbeleuchtung

Tag 16: Abflug zwischen Sonne und Wolken

Unser Abreisetag startet früher als jeder normaler Arbeitstag. Wir frühstücken an unserem Stammplatz – dort wo die letzten Tage Meer war, ist jetzt einfach nur Dunkelheit. Wie immer wollen wir das Airbnb mindestens so ordentlich verlassen, wie wir es vorgefunden haben. Wir sind noch ganz traditionell veranlagt und ziehen sogar die Betten ab, bringen unseren Müll selbst weg – warum sollten sich Vermieter mit unseren Abfällen auseinandersetzen müssen, wir wienern das Bad, die Küche naja und gerade als wir losmüssen, bricht der Tag mit etwas Farbe im Himmel an.

bisschen Sonnenaufgang

Ist zwar immer bisschen gemein, wenn das Wetter am Abreisetag deutlich besser wird aber wir sind zumindest froh, dass sich der Sturm verzogen hat und der Flugplan eingehalten werden kann.

Bevor es soweit ist, müssen wir nach Machico, den Mietwagen abgeben. Im Regenschauer watscheln wir mit den Koffern zum Auto, sind wir schon das erste Mal wieder bisschen nass. Na das kennen wir ja nun mittlerweile. Die Straßen sind noch relativ leer. Auf dem Weg zur Vermietstation begleitet uns der uns nun für den Winter auf Madeira gut bekannte Sonne-Wolken-Mix. Einer von vielen Regenbögen in diesen 14 Tagen zeigt sich. Besser: Der Doppelregenbogen.

Regenbogen, während wir über die Autobahn gen Flughafen düsen

Und dann kämpft sich die Sonne noch mal durch:

Sonne kämpft sich durch die Wolkendecke, etwa 18° Grad

Um das Auto abzugeben, müssen wir in die Tiefgarage von Magic Island in Machico. Wir machen Fotos und ein Video vom Zustand des Autos(unseres steht halb hinter der Säule, das zweite von rechts), um gegebenenfalls nachweisen zu können, dass eventuelle Schäden nicht von uns stammen.

Während ich das mache, geht Marcus schon zur Unterzeichnung des Rückgabeprotokoll ins Büro – dort bekommen wir noch eine Endreinigung für 25 Euro aufgebrummt. Das hatten wir auch noch nie. Da das Auto durch den Regen, Matsch und Schlamm im Fußbereich natürlich nicht sauber ist, nehmen wir das einfach hin. So ist es nun mal auf Reisen, es gibt immer wieder diese kleinen Überraschungen.

Vermietstation Magic Island

Ich bin übrigens sehr beruhigt, dass diese Vermietstation schon Sonntag früh besetzt ist. So richtig klar war das nicht, ob da schon jemand da sein würde aber wir brauchen ja einen Shuttle zum Flughafen. Der ist inclusive im Mietwagenpreis und schon gehts im Kleinbus zurück nach Santa Cruz zum Flughafen.

Wir haben noch etwas Zeit und nehmen bei etwa 18°, leichtem Wind und immer mal Regentrippeln, die letzten Sonnenstrahlen mit. Wohlwissend, dass wir gegen Abend vermutlich einen Kälteschock erleben werden.

vorm Flughafen Santa Cruz / Madeira

Dann reihen wir uns in die Gepäckabgabe von EasyJet. Hier wird noch traditionell das Gepäck von Personal aufs Band gegeben, hier möchte man tatsächlich auch unseren Personalausweis sehen, 3 Schalter sind geöffnet, es läuft halbwegs schnell.

Auch die Sicherheitskontrolle geht zügig über die Bühne, auch wenn im Gegensatz zum Flughafen in Berlin nun der Laptop, Flüssigkeiten usw. ausgepackt werden müssen. Wie immer werde ich abgetatscht, keine Ahnung, warum es immer mich trifft. Einmal schön den Unterbauch abdrücken, das ist super, denn wir haben jeder gerade noch fix 1,5 Liter Wasser getrunken.

Da wir unsere letzten Reserven in ein Picknickbeutelchen umgewandelt haben, gehen sämtliche Imbisse und auch die unzähligen Shoppingmöglichkeiten am Flughafen an uns vorüber. Wir warten einfach kurz, bis die Info kommt, an welchem Gate wir uns einzufinden haben. Der Flughafen ist mit 16 Gates überschaubar, die Wege kurz – ich fülle meine mitgebrachte Thermoskanne an der Trinkwasserstation mit Wasser auf.

Und dann geht es los. Das Boarding dauert sehr lange, wir stehen ewig erst an der Boardkartenkontrolle, dann auf dem Rollfeld, dann auf der Treppe ins Flugzeug hinein. Da bleibt immerhin Zeit, ein Foto zu machen:

kurz vor Einstieg ins Flugzeug, glücklicherweise blieb uns hier ein Regenschauer erspart

Mit leichter Verspätung geht es los. Der Kapitän bereitet uns schon mal darauf vor, dass es kalt wird in Berlin aber bis wir dort ankommen, freuen wir uns über einen ruhigen Flug hoch über den Wolken.

im EasyJet-Flieger 4.1.26 Funchal – Berlin

Ein absolutes Highlight auf diesem Flug ist die Tag-Nachtgrenze, die man wohl Terminator nennt. Wir sehen also die beleuchtete und die unbeleuchtete Seite der Erde. Das ist krass, das habe ich entweder noch nie gesehen oder noch nie bewusst wahrgenommen.

Tag-Nacht-Grenze aus dem Flieger / Terminator

Mini-Highligt ist unser Stullenpaket, wie gut, dass wir uns entschieden haben – den Toast und den Käse zu 7 Klappstullen zu verarbeiten. So sparen wir auf jeden Fall mal Geld, wir müssen kein Snack kaufen.

Proviant für den Flieger – viele Menschen haben Brotbüchsen, Stullenpakete etc. dabei

5 Stunden später dürfen wir aus dem Flieger klettern, die gewohnte Wanderung auf den endlos langen Wegen des Flughafens Berlin-Brandenburg machen und im Getümmel der Gepäckausgabe hoffen, dass auch unsere Koffer angekommen sind.

warten auf die Koffer

Mein Koffer kommt zusammen mit 10 weiteren Koffern sehr schnell, dann passiert eine ganze Weile erst mal gar nix. Auf dem Band drehen sich paar herrenlose Koffer eines anderen Fluges, wo sind eigentlich die Menschen, denen diese Gepäckstücke gehören?

Und irgendwann kommt dann auch Marcus seiner und wir sehen uns der gepflegten Kälte von 0° gegenüberstehen. Toll. Schnee gibt es auch in Berlin. Ab ins Parkhaus und schnell nach Hause…. oder doch nicht?

Es kommt natürlich mal wieder, wie es kommen muss. Das Auto springt nicht an – die Batterie hat die Hufe hochgerissen, obwohl! sie kurz vor Reise noch in der Werkstatt gecheckt wurde. Das ist wirklich ärgerlich, besonders, da wir ja ein Gerät haben, womit wir uns selbst starten könnten – es aufgrund der positiven Batteriekontrolle jedoch nicht im Auto haben. Ärgerlich.

Das Apcoa-Parkhaus bietet leider kein Starthilfeservice, das ist eine absolute Marktlücke. Marcus läuft das Gelände ab, fragt sogar bei den Bundespolizisten, wir labern andere parkende Touristen an – keiner hat ein Starthilfekabel im Auto. (Wir auch nur im Camper, seit der mal abgeschmiert ist.) Der ADAC ruft eine Wartezeit bis zu 4 Stunden auf – wir greifen nach dem letzten Notnagel und werden „TAUSEND-DANK“ von meiner Schwester samt Mann gerettet.

Puh, diese letzte kleine Einheit hätten wir uns gern erspart. Wieder einmal bestätigt sich: Immer auf den Instinkt hören. Immer das Nothilfegerät oder die Starterkabel ins Auto reinlegen. Das passiert uns so hoffentlich nicht nochmal.

 

So. Wie in einer Zeitmaschine gereist, sind wir nun in der Realität – im Alltag wieder angekommen und können unseren Jobs wieder nachgehen. An dieser Stelle sage ich recht herzlichen Dank an alle diejenigen unter Euch, die unseren kleinen Urlaubsimpressionen hier gefolgt sind. Vielleicht konnten wir damit den einen oder anderen kalten Wintermoment zumindest virtuell überbrücken.

Schaut gern bald hier wieder rein – die nächsten Reiseerlebnisse kommen ganz bestimmt.

Bis dahin eine gute Zeit

Autorin: Sandra Hintringer

 

 

 

 

 

 

 

 

Infos / Quellen / weiterführende Links:

www.biika.de – die Geschichte von Pastel de Nata 

Wissen über den schwarzen Degenfisch

3 Kommentare

  • Unser Weihnachtsbesuch ist wieder gut in der Heimat angekommen und nun ist mal Zeit, die Reiseberichte zu lesen. Wahnsinn, so viel hoch und runter und weit gewandert! Sehr informativ
    und interessant. Z.B. die Bananenplantagen. und die Natur zauberhaft. Genießt das alles, denn es sieht wohl so aus, das alles mehr vermarktet wird. Aber ein Stück aus den Zentren weg und schon ist es ruhiger. LG Eltern

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