Tripp Tipp

Tulpen, Trubel, Tradition – so war es auf dem 24. Tulpenfest Potsdam

Lesedauer 14 Minuten

Das 24. Tulpenfest in Potsdam liegt hinter uns. Wie jedes Jahr platzte das Holländische Viertel fast aus den Nähten und neben unfassbar schönen Tulpen, Himmel und Menschen und einem herrlichen Frühlingstag gibt es aber noch viel mehr zu berichten.  Da ich im letzten Jahr bereits über Ursprung und Organisation des Festes geschrieben und auch ein YouTube-Video gemacht habe, gibt es dieses Jahr vor allem Bildimpressionen und ich plaudere einfach mal frei raus – wie man sich als Besucher auf diesem Fest so fühlt. Steht es mir zu oder nicht – es sind mir Sachen begegnet, für die ich mich fremdschäme, über die ich ein wenig meckern muss – immer wieder zwischen den wirklich tollen Momenten. Wer mich kennt, weiß – das es bei mir immer authentische und ungeschönte Berichte gibt. Da bleibt es nicht aus, dass auch mal ein klein wenig gemeckert wird. Aber hey, jetzt erst mal ein Pfannkuchen und dann los!

Hui – die Anfahrt zum Tulpenfest Potsdam

Wie viele von Euch wissen, lebe ich in Potsdam – kann als0 theoretisch in Pantoffeln zum Fest laufen. Für dieses Mal – und jetzt switche ich einfach mal die Zeitform – habe ich meine Familie eingeladen. Meine Eltern kommen aus Leipzig mit dem Zug, meine Schwester mit dem Auto. Das Auto bekommen wir gegen 10.15 Uhr noch leicht geparkt – 3 Euro Parkgebühr löhnen wir via App EasyPark und machen uns auf zum Bahnhof um den Rest der Truppe einzusammeln.

Der Bahnhof ist voll. Voller als ich es gewöhnt bin. Denn neben dem Tulpenfest, den üblichen „Schlösser-Vans-und-Vons“  gibt es noch den Frühlingsrummel am Lustgarten sowie den italienischen Spezialitätenmarkt auf dem Luisenplatz. Potsdam ist beliebt, das lässt sich nicht leugnen.

Schwupp, am Bahnsteig: Die S7 aus Berlin fährt ein und kaum öffnen sich die Türen, fällt ein Schwall Menschen auf den Bahnsteig. Krass. Das habe ich so auch noch nicht erlebt. Wir bleiben einfach stehen und werden gefunden. Zu viert warten wir ab, bis sich der Knoten an den Türen sowie den Rolltreppen etwas gelöst hat.

Weiter geht es ab Haltestelle „Lange Brücke“ in die Straßenbahn 92 Richtung Kirschallee – eine 4er Sammelkarte zu 7,20 habe ich im Ticketshop im Bahnhof vorab erstanden. Die Türen öffnen sich – die Bahn ist rammelvoll. Ich rufe mal kurz „Durchtreten“ hinein, ernte dafür Gelächter von drinnen und die Frage „Wohin denn?!“ – Na gut – weiter drinnen war schon noch etwas Platz – aber eben nur für Menschen, die auch mal für andere mitdenken.

Gut. Wir quetschen uns irgendwo rein. Schön ist anders aber wir kennen auch vollere Straßenbahnen.

An der Haltestelle Brandenburger Straße murmeln wir freiwillig mit all den Massen wieder raus – auch wenn unser Kurzticket die Berechtigung gegeben hätte, noch eine weiter zu fahren.

Einfach der Masse nach.“ Sagt irgendjemand.

Und so ist es – wir gehen bis zum Eingang Mittelstraße, wo sich am Ticketschalter bereits zwei längere Schlangen gebildet haben… ab hier habe ich Fotos gemacht:

Schlange stehen am Ticketschalter – Tulpenfest Potsdam

Eintritt ins Tulpenfest Potsdam 

Wir haben keine Eile, dennoch rückt die Schlange schnell voran. 7,00 Euro pro Person müssen bar gelöhnt werden – dafür gibt es eine rote Tulpe auf den Handrücken gestempelt und ein kleines Papierticket von der Rolle.

Ich habe dieses Mal mit Tradition getitelt – und klar, es ist ein traditionelles Fest aber etwas weltlicher könnten wir uns ruhig in Potsdam zeigen. Zahlung mit Karte ist mittlerweile Standard, das wäre mir deutlich lieber gewesen – auch ein Vorab-Ticketkauf online könnte ich mir für so ein Fest vorstellen – Schlange stehen für Ticketkauf ist etwas altmodisch.

Und nun: Erste Impressionen vom Tulpenfest samt kleinem Notfall 

Wie erwähnt, starten wir unseren Rundgang in der Mittelstraße. Ich bin gleich begeistert, die erste Band ist bereits zu hören – zufällig ist es meine Lieblingsband. Schräge Kostüme mit Blumenhüten und gute Stimmung zieht uns direkt rein ins Fest. Von diesen Bands lebt die Stimmung auf dem Fest und in dieser Hinsicht wird wirklich viel geboten.

Musikband auf dem Tulpenfest Potsdam

Just in diesem Moment macht sich eine ältere Dame direkt vor mir auf dem Asphalt lang.

Stürzt ganz fies.

Vermutlich ist sie aufgrund der Enge an der Stelle und der Ablenkung durch die Band über ein leicht ausgestelltes Tischbein gestolpert.

Sie landet fast in Zeitlupe und schlussendlich mit der Stirn auf dem wunderschön historischen Kopfsteinpflaster, welches aufgrund von Abschürfungen an der Hand direkt von einem Blutfleck geziert ist. Na super, das geht ja gut los – wir helfen ihr auf, irgendjemand bringt ein Stuhl, eine Tasse Wasser – ich bitte die Dame vom benachbarten Stand, den Sanitätsdienst des Marktes zu rufen – Huch… der kommt erst ab 12 Uhr. What?! So ein großes Fest und keine Ersthelfer am Start? Das kann ich kaum glauben – aber es ist wohl so.

Hier muss eindeutig nochmal nachjustiert werden. 

Denn auch in den benachbarten Geschäften war nicht mal ein Pflaster zu ergattern – eine unschöne Situation für alle, die drumherum standen – für die Dame sowieso. Gott sei Dank wurde sie nicht ohnmächtig, hat sich lehrbuchmäßig den Stress rausgezittert – aber mehr konnte in dem Moment keiner für sie tun. Zu allem Unglück war sie auch noch allein auf dem Fest. Sie sitzt gut, die Leute vom Stand behalten sie im Blick – später erkundigen wir uns: Es wurde dann doch der Rettungsdienst gerufen und sie ins Krankenhaus mitgenommen.

Uff.

Wir erkunden die Stände beim Tulpenfest

Der Strudel des Festes zieht uns weiter – traditionelle Stände, gestaltet durch Künstler der Traditionsgruppe „Salland“ aus den Niederlanden, fallen durch orangefarbene Luftballon-Markierungen ins Auge. An einer alten Singer-Nähmaschine wird Puppenkleidung genäht:

Nähstübschen – Tulpenfest Potsdam

Und auch dieses Jahr sitzt der Korbflechter stoisch den ganzen Tag am Boden, natürlich trägt er traditionelle Schuhe – Klompen und arbeitet:

Korbflechter beim Tulpenfest

Wir erreichen die Hauptkreuzung im Viertel – immer wieder begegnen wir den Tulpenmädchen, die einzelne Tulpen an die Besucher verschenken – vielleicht ist es gar nicht so schlimm – aber irgendwie schäme ich mich für einen Mann, der extra hingeht, sie von hinten antippt und eine Blume erbettelt. Ich meine – es geht doch nicht um abbetteln oder ergattern – sondern um Stimmung. Seltsam.

gut erkennbar an den weißen Hauben - die Tulpenmädchen - Tulpenfest Potsdam
gut erkennbar an den weißen Hauben – die Tulpenmädchen – Tulpenfest Potsdam

Tulpen über Tulpen

An dieser Kreuzung befindet sich die für dieses Fest angefertigte Tulpenwand – 5000 echte Tulpen sollen diese Selfie-Wand zieren. Nahtlos stehen Leute davor – lassen den Beweis für den Besuch auf diesem Fest in die Kamera pressen.

Zwar ist es nicht die Tulpenwand aber endlich kommt hier mal die erste Tulpenimpression. An unzähligen Ständen kann man sie in allen Farben und Formen erwerben.

Tulpen auf dem Tulpenfest in Potsdam
Tulpen auf dem Tulpenfest in Potsdam

 

Tulpen auf dem Tulpenfest in Potsdam
Tulpen auf dem Tulpenfest in Potsdam

 

Und hier mal mit Preiseinordnung - Tulpenfest Potsdam
Und hier mal mit Preiseinordnung – Tulpenfest Potsdam

 

noch mehr Tulpen - die Stände sind über den ganzen Markt verstreut
noch mehr Tulpen – die Stände sind über den ganzen Markt verstreut

Die Hauptbühne beim Tulpenfest

Der Bassinplatz wird teilweise mit ins Fest einbezogen – wir erreichen die Bühne, wo gerade die Holzschuhtanzgruppe im Gange ist. Spezialität diese Gruppe ist die Einbeziehung von Zuschauern – erst wird vorgetanzt, dann holen sie sich Tanzwillige aus dem eher verhaltenen Publikum. Immer wieder schön anzusehen, wie die Menschen unter Zugabe von Musik und etwas Motivation auftauen. Und ganz nebenbei: Auch die traditionellen Hauben, die immer wieder in den Blick fallen.

die Bühne Beim Tulpenfest
die Bühne Beim Tulpenfest

 

Die Holzschuhtanzgruppe hat ihre Körbe am Rand der Tanzfläche dekorativ abgestellt

Kurz vor der Bühne hängt an einem Baum ein unscheinbares Schild, wann wer auf dieser Bühne zum Einsatz kommt. Einfach immer mal wieder vorbeischlendern, da ist eigentlich immer was los – in dem Fall sorgt die Vlaermoesband, eine niederländische Straßenkapelle für gute Laune.

traditionelle Kapelle auf der Hauptbühne

Gegen 13.00 Uhr wird’s förmlich auf dieser Bühne, dann erfolgt die offizielle Eröffnung – erstes Grußwort erhebt Hans Peter Gaul, der Pressesprecher des Tulpenfestes. Wir erfahren unter anderem, dass etwa 80 Reisebusse angereist sind und das Fest in dieser Form einmalig in Deutschland. Darüberhinaus stellt er die wichtigsten Akteure dieses Festes vor, die sich auch auf der Bühne eingefunden haben.

Das sind von links nach rechts:

  • Henk und Ali Ziel (Leiter der Traditiongruppe Salland, die ! 180 Künstler ! für dieses Fest nach Potsdam bringen
  • da ist mit Tulpen in der Hand die historische Keukenhoffigur Jacoba von Beieren – dargestellt von einer Potsdamerin
  • Hans Peter Gaul – der langjährig mit der Veranstaltung verbundene Pressesprecher
  • da ist Hester Somsen, seit 2024 Botschafterin Seiner Majestät des Königs der Niederlande in Berlin
  • da ist Noosha Aubel, seit Oktober 2025 die parteilose Oberbürgermeisterin von Potsdam
  • und ganz rechts – Hans Göbel, wichtigster Mann – der Begründer des Tulpenfestes
offizielle Eröffnung des Tulpenfestes
offizielle Eröffnung des Tulpenfestes

Einige der Personen richten Grußworte an die Gäste des Festes, im Publikum wird gemurmelt, dass die Reden zu lange dauern. Das ist Geschmacksache. Ich persönlich finde es toll, die wichtigsten Personen mal kurz gesehen zu haben – denn ein Fest dieser Größenordnung bedarf einiges an Organisation, da sind ein paar Minuten Wertschätzung nicht zu viel verlangt.

Noch mehr Handwerker und Akteure auf dem Tulpenfest

Wir schlendern weiter, finden den Bienenkorbmacher. Eine von uns kauft Honig – mit dem Kommentar: „Man muss auf solchen Festen auch was kaufen, sonst kommen die Händler nicht wieder.“ – Da ist was dran. Auch für die Darsteller und Standbetreiber muss es sich lohnen.

hier entsteht ein Bienenkorb
hier entsteht ein Bienenkorb

 

hier entsteht ein Bienenkorb

Weiter gehts – unter mächtigem Lärm und Ablenkung der historischen Drehorgel geht die süße Wollspinnerin fast ein wenig unter – sie nimmt locker und spinnt sich einfach einen…

die Wollspinnerin – Tulpenfest Potsdam

Und die Drehorgel – ganz am Rande des Festes. Das ist auch irgendwie gut, denn die ist schon ordentlich laut und falls sich jemand fragt, warum das blaue Auto dahinter quer steht – das ist Terrorismusprävention. Auch wenn es wirklich beschaulich und friedlich zugeht auf dem Fest, man muss potentielle Gefahren im Kopf behalten.

und die Drehorgel Tulpenfest Potsdam - mächtig laut aber extrem schön
und die Drehorgel – mächtig laut aber extrem schön

Die Handwerker sind über das ganze Fest verstreut – irgendwo steht der Schuhmacher. Dekorativ sind die Klompen in jedem Fall – ob sie sich wirklich so bequem laufen lassen, zweifelt mein therapeutisches Gehirn an. Ich muss fairerweise zugeben, dass ich noch nie solche Schuhe getragen habe.

Der Schuhmacher

Ganz hoch bei mir im Kurs: Die süßen Waschfrauen mit der traditionellen Kurbel. Wer mag, darf sogar mal drehen.

die Waschfrauen auf dem Tulpenfest

Auf diesem Foto verbirgt sich eine indirekt Information – neben der tollen Waschfrau siehst du im Hintergrund eine laaaaaange Schlange, die sich gegen Mittag über den Bassinplatz zog – ich würde sagen 100 Meter haben nicht gereicht. Wahnsinn.

man beachte die Haube der Waschfrau – wirklich schön

Und das wohl kurioseste Trio des Marktes ist der Bauer, samt Kuh und Frau. Unter Hupen und Tamtam drängeln sie sich geschickt durch die Massen. Vorsicht – die Kuh leidet unter Flatulenzen, abgehende Darmwinde.  Das Bild ist leider etwas milchig – es war so feucht-warm in meiner Tasche, dass ich zu spät bemerkt habe, dass die Linse beschlagen ist. Wollte die Impression trotzdem teilen.

das kurioseste Trio des Marktes

 

und der Bauer mit seinem überdimensionierten Traktor, der die Kuh zieht

Zwar nicht aus den Niederlanden angereist – dafür regional und ein sehr schöner, ruhiger musikalischer Beitrag. Die Band stapelt auf den ersten Blick viel zu tief: „Maeva Folk“ liefert irische Volks- und Weltmusik. Unaufgeregt und sympathisch untermalen sie die friedliche Stimmung des Tulpenfestes. Kennengelernt haben sich die Musiker beim Musikstudium in Potsdam. Wir haben nur kurz gelauscht, hat uns aber sehr gut gefallen.

Die Band „Maeva Folk“ auf dem Tulpenfest

Peinliche Stimmen, die ich unfreiwillig eingefangen habe:

So – und wie das auf jedem Fest so ist, darf man an den Ständen unfreiwillig Gesprächen lauschen. Manchmal wünschte ich, meine Ohren hätten dafür eine automatische Abschaltfunktion – merken die Menschen eigentlich manchmal, was sie für Unfreundlichkeiten vor den Ohren der Standbetreiber oder Künstler von sich geben?

Ein Beispiel: 

Da gab es den Stand mit der wirklich lebendigen Trockenfloristik – unfassbar schön. Für meine Augen.

Und was blubbert da ein Besucher direkt am Stand: „Da kann ich ja mein Unkraut aus dem Garten auch zu viel Geld machen….“ – echt unangenehm, tja – Wertschätzung ist wohl unser aller schwierigste Übung.

Trockenfloristik – Standbetreiber unbekannt – wir haben kein Schild gefunden

Noch ein Beispiel: 

Das Fest lebt wirklich an jeder Ecke – und was höre ich dann von einem jungen Pärchen: „Ich hätte mehr erwartet.“ Häh? Was denn noch? Sind wir Menschen so übersättigt mit Reizen, dass es ein Fest wie dieses nicht schafft, als positiv erlebtes Erlebnis vorzudringen?

Blick in die Benkertstraße beim Tulpenfest
Blick in die Benkertstraße beim Tulpenfest

Wie läufts eigentlich mit der Gastronomie am Rande des Festes?

Und noch was anderes. Auf dem Tulpenfest gibt es neben den traditionellen Händlern natürlich auch eine Menge Fressbuden. Da fragt man sich natürlich, was mit den gastronomischen Einrichtungen des Holländischen Viertels passiert.

Wir haben es ausprobiert – gemessen an der Flut der Menschen hatte ich nicht viel Hoffnung, dass wir zu viert eine Einkehr finden, doch es klappt. Im Augustiner in der Mittelstraße ergattern wir einen Vierertisch, ein Sechser im Lotto – dachten wir.

Als wir reinkommen fragen wir die Servicekraft, ob platziert wird oder ob wir uns einfach setzen sollen – die Antwort:

„Essen dauert eine Stunde. Sie dürfen gern was trinken.“

Ahja.

Das war zwar nicht unsere Frage aber wir belagern mal den Tisch in der „Hopfengasse“.

Neben Freisitz auf der Mittelstraße, zwei Gasträumen im Innenraum und dem Innenhof ist das Restaurant gut besucht. Ganze 3 Kellner scheinen im Dienst – eine halbe Stunde dauert es, bis man uns fragt, was wir trinken möchten.

Wir hätten auch gegessen – auch wenn wir eine Stunde auf das Essen hätten warten müssen. Da aber schon die Bestellung eine halbe Stunde in Anspruch nahm – entscheiden wir uns lediglich für ein Getränk. Diese werden dann auch noch auf den Nachbartisch gebucht – kurzum – es herrscht Chaos.

Laienhaft betrachtet resümieren wir, dass in Anbetracht der Größe des Festes die Personalplanung an diesem Tag suboptimal ist. Ich meine, das Tulpenfest kommt nun wirklich nicht überraschend. Man hätte ja den Innenhof oder die Innengasträume partiell schließen können – wenn man denn der Sache nicht Herr wird. Dann hätte man vielleicht weniger Tische bedienen müssen – aber eventuell deutlich mehr eingenommen, denn wir hätten gern gegessen. Aber gut. Was verstehe ich schon von Gastronomie.

Die Links zu Blogbeitrag und Video zum Tulpenfest vom letzten Jahr / 2025 und Blogspende

Hier findest du meinen Blogbeitrag zum 23. Tulpenfest Potsdam:

Blüten, Beats und Begeisterung: Das 23. Potsdamer Tulpenfest

Und hier geht es zum YouTube-Video:

Tulpenfest Potsdam 2023 / Video

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Und zu guter Letzt: Mein Rückblick – mein Fazit

Das Tulpenfest Potsdam ist ein richtig schönes Volksfest. Was mir besonders gefallen hat ist – dass trotz der Massen die Stimmung ruhig und friedlich war. Kein Gegröle, kein Gepöbel, nichts was auch im Ansatz gefährlich erscheint, keine Bierleichen, kein Geschubbse, kein Gerempel, keine Aggressionen. Das ist selten heutzutage.

Zu jedem Zeitpunkt konnten wir gehen und treten – nirgends gab es so schlimme Staus und Ansammlungen, dass man nicht mehr durchkam.

Die traditionellen Händler und die Bands sind einfach allererste Sahne – vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich die Niederlanden ohnehin mag aber die Stimmung, die sie verbreiten, ist einfach gut. Ich hatte den Eindruck das alle Akteuere Lust auf ihren Einsatz auf dem Fest hatten – immer wieder ziehen die Niederländer die Besucher in Aktionen. Entweder Korb mitflechten, Waschkurbel drehen, mittanzen, Kuschelposen für ein schönes Erinnerungsfoto, überhaupt hatten alle eine hohe Bereitschaft – sich fotografieren zu lassen. Wie hier zum Beispiel – wunderschön – die Tulpenmädchen:

Tulpenmädchen auf dem Tulpenfest in Potsdam

Kurz was zu den Futterständen:

Was sich beiläufig einschmiegt, kaum Beachtung findet aber eigentlich Zeichen recht guter Planung ist, sind die unzähligen Futter- und Getränkebuden. Was auf den ersten Blick vielleicht zuviel wirkt, entfaltet seine Wirkung, wenn das Fest ganz voll ist – man muss nirgends wirklich lange anstehen – man hat ständig ausreichend Möglichkeit sich mit Essen und Trinken zu versorgen.

Lange Schlangen an Futterständen machen ja üblicherweise schlechte Stimmung – aber nicht auf dem Tulpenfest. Hier verhungert keiner. Von Backfisch über Baumstrietzel, von Matjes über Pommes, Eis, Waffeln, Pfannengerichte, Pofertjes, Kuchen, Bratwurst – es ist für jeden was da.

Und der Eintrittspreis?

Das dieses Fest mit 7,00 Euro zu teuer sein soll – das konnte man schon Tage vorher in der Kommentarspalte von Facebookgruppen lesen.

Nein – 7,00 Euro sind absolut nicht zu teuer. Als Besucher bekommt man hier wirklich viel geboten, darf sich zwischen 10.00 und 19.00 Uhr auf dem Festgelände aufhalten. Darf sogar raus- und wieder reingehen (deshalb der Stempel).

Interessant ist die Preisstruktur – alles zahlen das Gleiche. Es gibt keinen Rabatt für Rentner, Studenten, Beeinträchtigte – dafür haben Kinder bis 16 Jahre freien Eintritt.

Für mich ist diese Preisgestaltung mehr als fair. Tulpenblick inklusive.

ich glaube, das waren meine Favoriten unter den Tulpen

Was gibt es sonst noch so zu erwähnen?

Die „Kniepertjes“ – flache, traditionelle Waffeln, die wir für 4,00 Euro das Päckchen (waren ca. 8-10 Stück) an einem Traditionsstand erworben haben. Ziemlich fester Teig, nicht ganz so süß – haben sie uns krachsatt gemacht. Lecker.

original „Kniepertjes“

Ach – und paar Tulpenbilder gehen doch auch noch, oder?

Und was hat das Tulpenfest mit der Krankheit Parkinson zu tun?

Was viele nicht wissen – die Holztulpe – hier vor allem die rot-weiße – ist das Symbol der weltweiten Parkinson-Bewegung. In zeitlicher Nähe zum Tulpenfest findet immer am 11. April der seit 1997 jährlich stattfindende „Welt-Parkinson-Tag“ statt. Dieser Tag ist der Geburtstag des Arztes James Parkinson (1755 – 1824), der die für Parkinson so typischen Symptome wie (Akinese / Rigor / Tremor –  Bewegungslosigkeit, Steifheit, Zittern) an sich bemerkte und die Krankheit 1817 schlussendlich so benannte.

Ganz bewusst hat man nach einem schönen Symbol gesucht – die zum Zeitpunkt des Weltparkinsontages blühende Tulpe dafür gefunden – und zu Ehren Dr. James Parkinson wurde 1980 vom niederländischen Gartenspezialist J. W. S. van der Wereld eine rot-weiß blühende, preisgekrönte Tulpe gezüchtet – die er „Dr. James Parkinson Tulpe“ nannte.

Schön, oder?

 

Und an dieser Stelle sage ich wie immer recht herzlichen Dank fürs Lesen, mitgehen zum Tulpenfest. Tschüss und eine gute Zeit bis zum nächsten Beitrag.

 

 

 

Autorin:

Sandra Hintringer

 

Quellen zu diesem Beitrag:

 

Förderverein zum Erhalt niederländischer Kultur

Webseite zum Tulpenfest

Veranstaltungsagentur COEX

Pflegeblog des AK Saarland

 

 

 

 

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