Das Fazit zur Campertour 2026 – 4 Wochen Frankreich – eine sehr gute Entscheidung

In diesem Beitrag möchte ich ein kurzes Fazit zu unserer Campertour im Mai 2026 ziehen. Wer im letzten Beitrag mitgelesen hat, weiß, wo genau wir uns in Frankreich rumgetrieben haben – doch hat es sich gelohnt? Was haben wir an Geld ausgegeben? Wie weit sind wir gefahren? Gab es Probleme? Wie lief es mit dem Camper? Gibt es genug Kraftstoff in Frankreich? Ist Frankreich wirklich so kriminell, wie häufig beschrieben? Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?
Unsere dritte Campertour durch Frankreich liegt hinter uns. Wir waren ja lange unschlüssig, wo wir unseren diesjährigen, ausgedehnten Urlaub verbringen könnten – im Nachhinein können wir sagen: Es war die richtige Entscheidung, nochmal Frankreich anzusteuern. Das Land ist gut 1,5x größer als Deutschland und hat mit ca. 69 Millionen weniger Einwohner als Deutschland (ca. 84 Millionen). Da wir viel über Land und vor allem durch kleine Ortschaften gefahren sind, war unsere Tour wirklich entspannt. Die großen Städte haben wir ganz bewusst gemieden und gefühlt war diese Tour eine – wo wir die meisten kleinen und mittelalterlichen Ortschaften besucht haben.

Die touristische Infrastruktur dieser kleinen Orte ist beeindruckend. Auf unserer vierwöchigen Tour haben wir nur einmal Parkgebühren bezahlen müssen – das war jedoch nicht in einem Ort, sondern an einem Naturhighlight in der Schlucht der Ardèche. Sehr oft stehen geräumige Wohnmobilparkplätze zur Verfügung. Dem noch nicht genug – eigentlich in allen Orten haben wir saubere öffentliche Toiletten vorgefunden. Kostenfrei. Das ist nachahmenswert, das vermisse ich in Deutschland.

Inhalt:
Apropos Parkgebühren – Ausgaben allgemein:
Auf unseren Reisen setzen wir aus verschiedenen Gründen weitestgehend auf Selbstversorgung. So gibt es ab und an die berühmte Wanderstulle.
Das hält natürlich die Kosten gering und liegt auch daran, dass die Baguettes in Frankreich mit 1,10 – 1,80 Euro verhältnismäßig günstig, recht lecker und irgendwie Lebenskultur sind.

Die Gesamtausgaben für die ganze Reise belaufen sich auf 1282 Euro. Hierbei sind Tanken, Versorgung, Einkehr, Eintritte berücksichtigt. Die Grundkosten fürs Fahrzeug sind hier nicht enthalten, das bitte beachten (das verwischt etwas die Empfindung).
Wir sind 1,5x eingekehrt – wie kommt 1,5x zu Stande? Ganz einfach – bei einer Einkehr haben wir uns einen Käseteller geteilt.
Selten für uns – in diesem Urlaub haben wir 3,5x Eis gegessen. (einmal hat nur einer eins gegessen und ich einen Crepe) Eis ist verhältnismäßig teuer. 3 Kugeln kosten in der Regel zwischen 5,50 – 7,90 Euro.

Wo wir dieses Mal überhaupt nicht aufs Geld geschaut haben, waren die paar Besuche in den „Fromagerie’n“ – den Käseläden. Die Grundregel lautet hier: Einfach probieren, in den verschiedenen Regionen gibt es natürlich unterschiedliche Käsespezialitäten.

Campingplätze, Übernachtungsplätze – wildes Campen in Frankreich
Wildes Campen ist in Frankreich nicht erlaubt, das Übernachten in Fahrzeugen ohne jegliches Campingverhalten wird häufig geduldet – wir hatten dahingehend zumindest keinerlei Probleme. Wir achten allerdings auch immer darauf, mehr als weit genug von bewohntem Gebiet zu stehen (Wanderparkplätze zum Beispiel) und wir halten uns strikt daran, keinerlei Camperverhalten an den Tag zu legen. Wir stellen also weder einen Stuhl raus, auch die Trittstufe bleibt drinnen und eine Markise haben wir sowieso nicht.
Wenn die Gegend sehr touristisch ist, versuchen wir immer, Stellplätze oder Campingplätze zu nutzen. (um die Anwohner nicht zu nerven.)
Auf dieser Tour haben wir zwei Nächte auf einem Campingplatz, diverse Stellplätze und davon 5 Nächte auf Plätzen der CampingCarPark-Gruppe verbracht. Die Plätze oder die Art, wie der Anbieter CampingCarPark Gebiete erschließt, sind in der Camperblase umstritten. Da wird von Monopol gesprochen oder das es zu teuer wäre.
Das finden wir nicht – wir fanden bisher alle diese Plätze gut – es ist ein schlüssiges System, wo man bei Ersteintritt eine Mitgliedskarte für 5 Euro an der Schranke erwirbt. In der App kann man sehen, ob auf dem anvisierten Stellplatz noch Plätze frei sind – und für eine gewisse Jahesgebühr könnte man sogar reservieren. (das haben wir nicht – für Reisen in der Saison ist das sicherlich empfehlenswert.) Einige der CampingCarPark-Plätze haben uns für schmalen Taler sogar eine kostenfreie, unbegrenzte Dusche gegeben – Strom hätten wir auch haben können, brauchen wir aber nicht – besser geht es nicht. Ich meine – wir reden von Stell- und nicht von Campingplätzen mit teilweise recht geringen Stellplatzgebühren (z.B. 17,00 Euro).

Die Sache mit dem Kraftstoff in Frankreich
Vor unserer Reise hörten wir auf einmal, dass der Kraftstoff an einigen Tankstellen ausverkauft war, das hatte uns erst zögern lassen, nach Frankreich zu fahren. Ja – wir haben einige wenige Tankstellen gesehen, die keinen Kraftstoff hatten. An den meisten Total-Tankstellen war der Premium-Diesel nicht verfügbar.
Wir haben, sobald der Tank halb-leer war, sofort getankt (Diesel = Gazole) und es gab dahingehend keine Probleme. Wir mussten nie anstehen, nie mehrere Tankstellen abklappern, so wie ich es vorher im Netz gelesen hatte. Das kann sich natürlich jederzeit wieder ändern – unsere Infos sind Stand Mai 2026. Besonders günstig war es an den Supermarkttankstellen von Intermarche und bei Total. Im Schnitt lag da der Preis bei 2,09 Euro / Liter Diesel.

Ist Frankreich kriminell?
Sicherlich ist die Kriminalität in Ballungszentren und entlang von Autobahnen und auch in dem einen oder anderen kleineren Ort gegeben, beschrieben wird sie oft genug und es gibt gewisse Grundregeln, an die man sich halten sollte (z.B. nicht auf Autobahnraststätten übernachten) – vor allem Einbrüche in Camper sind natürlich gefürchtet und auch Vandalismus gegenüber fremdländischen Kennzeichen. Trolle und Bösewichte gibt es überall. Wir hatten auf allen 3 Reisen durch Frankreich – so auch auf dieser – Gott sei Dank nur gute Erfahrungen.
Wir versuchen durch intensives Studieren der GoogleMaps oder Park4Night Bewertungen ein Gefühl für den Ort zu bekommen, wenn da was Komisches steht – würden wir da nicht bleiben. (aber es gibt tatsächlich Orte, da wird an öffentlichen Stellplätzen Nacht für Nacht eingebrochen und trotzdem parken da noch Camper – die lesen dann wahrscheinlich keine Bewertungen – siehe zum Beispiel „Camperplaats Millery“.
Kurzum – auch wenn viel Drüber geredet wird, sollte einen das nicht von einer Frankreichreise abhalten.
Kleine feine Dinge – gut, dass wir sie dabei hatten (oder vor Ort gekauft haben)
Weihnachten hat mir eine Patientin ein kleines Geschenk gemacht und weil sie weiß, dass ich gern reise, hat sie mir eine Minitube „Rei in der Tube geschenkt“. Zwar haben wir immer Pods zum Waschen in der Waschmaschine dabei – aber man weiß ja nie und so habe ich diese Tube mit eingepackt. Siehe da – sie kam zum Einsatz, weil wir ein paar Stellplätze hatten, wo wir kleine Handwäsche gemacht haben.

Der absolute Kracher war das folgende Produkt, was ich einem Instinkt folgend, einfach beim Drogerieeinkauf im Rossmann mitgenommen habe. Wohlgemerkt – sterile Wundauflagen in der Größe habe ich glaube ich noch nie vor einem Urlaub gekauft. (Pflaster und kleines Verbandszeug ist immer mit dabei) aber dieses Mal habe ich ein frisches Päckchen davon gekauft.
Und zack – haben wir es gebraucht, denn „EineR“ von uns hatte sich auf einer Wanderung ordentlich das Knie aufgeschlagen.

Da uns in der zweiten Urlaubshälfte die Sonne mehr als überrannt hat, brauchten wir ein klein wenig Unterstützung für die gereizte, beanspruchte Haut. Ein AloeVera Gel musste her. Jeder große Supermarkt hat eine Pharmazie-Abteilung dabei – und genau dort haben wir diese Tube erstanden.
Dieses Gel hat uns gut geholfen bei durch Sonne gerötete, gereizte, leicht verbrannter Haut und auch bei Mückenstichen. Der Juckreiz war sofort weg.

Neuerungen im Camper-Alltag-Ablauf
Wenn wir nicht gerade selbst auf Reisen sind, folgen wir gern auf YouTube anderen Reisenden. Einer davon ist der dauerhaft im Camper lebende Kai von TravelCampingLiving und der zeigte immer wieder, wie er sein Geschirr abwäscht.
Um Wasser zu sparen befindet sich in der Sprühflasche ein „Wasser-Spüli-Gemisch“. Damit wird das Geschirr einfach eingesprüht und mit Küchenrolle dann abgerieben.
Taugt uns – vor allem – da dadurch keinerlei Feststoffe in den Abwassertank geraten. Ob der Verbrauch der Küchenrolle moralisch vertretbarer ist als Wasserverbrauch – das bleibt diskutabel. Nicht so oft Wasser nachtanken zu müssen kann aber hilfreich sein – denn nicht jede Wasserentnahmestelle ist vertrauenswürdig. Die Sprühflasche haben wir vor dem Urlaub neu gekauft, die taugte außerdem, um die Frontscheibe zu reinigen. Zweierlei Nutzen.

Noch mal paar Daten:
Die Gesamtkosten habe ich weiter oben schon genannt.
- Die Gesamtkilometer der Tour: 4230,4 Kilometer
- Durchschnittsverbrauch: 8,6 Liter Diesel / Citroen Jumper
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 51 km/h
- Gesamtfahrzeit: 81 Stunden und 52 Minuten
Gab es Probleme mit dem Camper?
Im Grunde erfreulicherweise nein – ein mal hatte sich die Standheizung verabschiedet, ließ sich durch Ziehen eines Sicherungssteckers aber Gott sei Dank fehlerfrei reaktivieren.
Ansonsten sind wir völlig happy über die Stromgewinnung über unser Strom-Setup Solar 200 Wp und LifePo 150 Ah – wir hatten immer ausreichend Strom und es hat auch alles funktioniert.
Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?
Wir hätten 2 Bügel und paar Wäscheklammern mehr dabei – ansonsten war alles gut, so wie es war.
Eure Fragen?
Habt Ihr Fragen zu unserer Reise oder zum Reisen mit Camper – oder zum Reisen mit Camper in Frankreich? Dann schreibt sie gern hier ins Kommentarfeld!
Ansonsten schau gern die Tage wieder rein – als nächstes werde ich mir nochmal einzelne Fotos rauspicken – Fotos, die mir entweder sehr gut gefallen oder in der Tagesberichterstattung untergegangen sind.
Bis dahin – eine gute Zeit
Autorin: Sandra Hintringer
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