Tripp Tipp

Aussichten – quer gebloggt

Lesedauer 4 Minuten
Foto ©Marcus Kahl / www.fotokahl.de

Irgendwie steht die Zeit still und auf der anderen Seite rast das Leben nur so an uns vorbei. Fühlt Ihr das auch so?

Aussichten heißt der Beitrag und heute teile ich einfach mal ein paar Gedanken. Zu knapp ist im Moment die Zeit für einen ganz ausführlichen Reisebericht. Obgleich ich, trotz eingeschränkter Reisemöglichkeiten, genug Material auf Halde habe.

Das Beitragsbild ist vor ein paar Tagen entstanden. Danke dafür an Marcus. Die Kameras helfen glaube ich ganz gut, sich auf den Moment und auf die Kleinigkeit des Moments zu fokussieren. Sage und schreibe eine ganze Woche hatten wir Urlaub – eine Zeit, in der ich zuallererst einen etwas umfangreicheren Schreibauftrag zu erledigen hatte. Insofern hat es sogar gepasst, dass reisetechnisch kaum was möglich war. Nur wenige Ausflüge haben uns in die nähere Umgebung von Potsdam geführt und genau aus dem Grund ist auch hier auf dem Blog nicht viel passiert. Den Schreibauftrag habe ich vor ein paar Tagen abgeliefert. Sicherlich folgen noch Nacharbeiten und falls es irgendwann was spruchreifes zu vermelden gibt, lest Ihr es hier. Aber zunächst fühlt es sich an, wie nach einer Prüfung, für die man monatelang gelernt hat.

Hier auf dem Bild sitze ich übrigens auf dem Aussichtsturm auf dem Löwendorfer Berg, ganze 103 Meter hoch ist der Berg und gute 21 Meter hoch der aus Holz gefertigte Turm. Löwendorf gehört zur kleinen Stadt Trebbin, welche als Tor zum Naturpark Nuthe-Nieplitz gilt. Der Aufstieg auf den Berg ist kurz, steil und vor allem märkisch sandig. Das hat ehrlich gesagt gut getan, nach all der Arbeit am Rechner einmal kurz schwitzen und dann die Aussicht genießen. Nach mehreren Monaten straffer Arbeitsaufteilung zwischen Praxis und Schreibauftrag, war ich letztendlich doch ein wenig urlaubsreif.

Es hat außerdem gut getan, für ein paar Minuten wirklich ganz allein dort im Wald zu sein, denn ich muss gestehen – ich finde das gesellschaftliche Leben zur Zeit streckenweise wirklich anstrengend bis gefährlich. Vielleicht empfinde ich das ja nur so.

Jedenfalls vergeht kaum ein Tag, an dem ich auf dem Arbeitsweg nicht fast umgenietet werde. Als Radfahrer lebt man derzeit echt gefährlich. Die Menschen sind in Gedanken, sind abwesend, übersehen rote Ampeln oder Stopp-Schilder. Die Menschen sind vernebelt, müde, einige vielleicht von sich und dem Leben ein Stück weit abgespalten. Durch meine therapeutische Traumabrille ist mir das total logisch. Wir sind nach wie vor in einer Pandemie – immer noch werden wir unvermeidlich von einem Virus angegriffen.

Doch wo so soll das hinführen? Dazu kommen die ewigen Diskussionen um die Hygieneregeln, mittlerweile die Müdigkeit über diese Regeln und überhaupt die Müdigkeit sich jedweder Neuerung anzupassen. Ich staune tatsächlich über die Leute, die immer noch täglich den Fernseher einschalten und sich Konferenzen oder ellenlange Pressemeldungen anschauen. Seit einem Jahr ändert sich kaum etwas. Ich persönlich hole mir die Neuerungen vor allem im Netz in der Brandenburger Eindämmungsverordnung und setze die bestehenden Regeln in der Praxis und privat um. Für den Rest der Zeit versuche ich meine persönlichen Ressourcen zu schonen und aufzubauen. Hier bemühe ich gern die Phrase Körper, Geist und Seele als mein Zauberwort. Doch alleine um mich geht es hier gar nicht. Längst ist Zeit, dass wir als Gesellschaft zusammenrücken und all jene irgendwie versuchen in den Kreis zu ziehen, die unverschuldet in Not geraten sind. Und das sind viele, das Ausmaß deutet sich gerade erst an. Wer kann – soll einfach ein wenig helfen. Wie auch immer das ausschauen mag.

Kann sein, dass ich den Beitrag Aussichten genannt habe, letztendlich weiß niemand von uns, wie lange wir nun noch in unvorhersehbaren Umständen leben. Schon seit geraumer Zeit folge ich meinem Leitspruch, schön in Ruhe weitermachen. Einfach immer weitermachen und dabei ganz klar Prioritäten setzen. Aufregen nützt nix, Radfahrer umnieten nützt nix. Wild gestikulieren und Schimpfwörter ins Netz oder aus dem Auto schreien nützt wirklich nix und verpulvert nur wertvolle Energien.

Stattdessen Körper, Geist und Seele sinnvoll füttern. Das mache ich persönlich gerade zum Einen in einer Weiterbildung, wo ich zum Thema Webseiten mein Wissen auffülle. Falls es nennenswerte Ergebnisse gibt, werde ich sie hier teilen. Auch über die Praxis habe ich im Mai wieder eine Online-Schulung, da geht es dann nochmal um Entwicklungstraumen. Zwischendurch rolle ich mich immer mal auf meine eigene Yogamatte oder einfach auch mal auf die Couch… und versuche gute Gedanken zu hegen. Gedanken, die der Gemeinschaft nützen.

Ja – es ist schön, auf solch´ einem Turm zu sitzen und einfach in die Weite zu starren. Ich weiß nicht so genau, was man von da oben sehen kann. Klar – Berlin, Potsdam und den Blankensee. Und dazwischen lasse ich meinen Blick leer werden und erlaube mir, ein Stück weit planlos inmitten der ganzen Hektik zu sein. Einen Moment innehalten oder zwischen Unsicherheit und Neugier zu verharren, manchmal zu erstarren – um dann doch wieder loszulaufen…

So wie die Menschen es seit eh und jeh getan haben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine schöne Woche und das sie etwas Gutes für Euch bereithält.

Schau bald wieder hier vorbei, dann gibt es wieder einen Reisebericht. Ich hab´  schon was Schönes im Kopf.

 

 

Autorin: Sandra Hintringer

 

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