Tripp Tipp

Wanderung Rampestreken – Andalsnes / Norwegen

Lesedauer 4 Minuten

Norwegen hat uns bezüglich der Wanderungen ja doch ein wenig überrascht. Als Potsdamer Flachlandtiroler mit wenig Gelegenheit zum echten Bergsteigen, gab es die eine oder andere steile Herausforderung. Eine davon war die Wanderung auf den Rampestreken bei Andalsnes und so berichte ich heute einfach mal über diesen schweißtreibenden Aufstieg, der letztendlich mit einem gigantischen Ausblick belohnt wurde. Aber wie immer fange ich mal vorne an.

Parken am Rampestreken

Der Ort Andalsnes liegt in der Provinz Møre og Romsdal und hier direkt am wunderschönen Isfjord, einem Seitenarm des Romsdalsfjord. Die Gemeinde ist voll und ganz auf Autotouristen eingestellt. In unmittelbarer Nähe zum Rampestreken finden sich zwei ausreichend große gebührenpflichtige Parkplätze, wo es zumindest als wir dort waren, kein Problem war, ein Plätzchen zu finden. Wir wählen den Parkplatz vorm Kulturhaus. Der andere ist mit 100 Kronen nicht gerade ein Schnäppchen aber vielleicht habt Ihr ja genauso viel Glück wie wir. Als wir dort waren, bestand keine Ticketpflicht. Bei Google Maps lässt sich das Zielgebiet leicht unter „Rampestreken Parking“ finden.

Die schweißtreibende Wanderung zum Aussichtspunkt Rampestreken

Was will man von einem Zuckerhütchen wie diesem hier denn anderes erwarten, als das es kompromisslos steil hinauf geht? Der Aussichtspunkt Rampestreken befindet sich auf 537 Meter über dem Meeresspiegel. Die Wanderung ist eine Strecke jedoch „nur“ 2 Kilometer lang.

Der Aussichtspunkt ist sehr beliebt, teilweise auch sehr frequentiert. Bei Google Maps findest den den Startpunkt als „Rampestreken Starting Point“ und es finden sich ebenfalls Bewertungen, welche auf eine „Anstehzeit“ für die Aussicht hindeuten. Genau das hat uns ein wenig zögern lassen. Übermäßig frequentierte Punkte meiden wir in der Regel aber irgendein Ehrgeiz hat uns letztendlich dennoch hochgejagt. Bloß gut.

Der Weg ist unverlaufbar von Beginn an ausgeschildert. Und so starten wir trügerisch entspannt auf einem Stahlsteg mit Trittsicherung und Handlauf. Unter dem festlichen Tamtam eines soeben durch den Ort ziehenden Spielmannszuges, stapfen wir energisch hinauf. Doch schon nach kurzer Zeit verebbt diese Energie, denn der bequeme Weg endet nun und mündet in einen steil vor uns liegenden und stark verwurzelten Hang. Na gut – irgendwann musste es ja losgehen.

Viel gibt es dazu eigentlich gar nicht zu beschreiben. Denn fast schlimmer als auf einer Treppe geht es nun gut 1 Stunde stets und steil zwischen den Wurzeln bergauf. Mit jedem Schritt nähert sich mein Kopf ein Stück mehr einer roten Alarmleuchte und über den Puls müssen wir glaube ich auch nicht reden. Zur Aufmunterung finden sich ab und an Schilder mit Höhenangaben. So weiß man zumindest grob, wie weit hoch man sich schon gekämpft hat.

Fast ganz oben angekommen, offenbart sich die Aussichtsrampe. Hoch über den Bäumen, frei schwebend – juhuuu. Augenscheinlich sind wir gleich da. Bis zum Ziel müssen wir nun trotzdem noch einiges an Treppenstufen meistern. Schwindelfreiheit ist von Vorteil, wie so oft in Norwegen, sind die steilen Stücke in keinster Weise durch Seile oder ähnliches abgesichert. Man muss einfach auf seine Trittsicherheit vertrauen. Es ist aber wirklich gut machbar. Zunächst sind die Stufen in Stein gehauen, später folgt noch eine Stahltreppe mit Geländer und plötzlich stehen wir vor dem heißbegehrten Aussichtspunkt. Halt: Marcus ist etwas schneller oben, da ich mich sitzend dann kurz vorm Ziel regenerieren musste. So genießt er das unbeschreibliche Glück, ganz allein da oben zu sein. Dann trägt er uns wie gewohnt ins Bergbüchlein ein und schwupp, habe ich es dann auch irgendwie geschafft und wir stehen gemeinsam ganz vorn auf der Rampe, genießen den Blick auf den Fjord und Andalsnes, während wir von einem anderen Pärchen fotografiert werden.

Auf der Plattform hat jede Person nur zwei Minuten Zeit. Das ist einerseits schön, dann bekommt man sein Foto, wo man wirklich ganz allein drauf ist.

Andererseits stresst das natürlich ein wenig, wenn die nächsten Wanderer genau auf dieses Foto hoffen und hinter einem trippeln. Das ursprüngliche und völlig einsame Norwegen muss man an anderen Stellen suchen. Wir jedenfalls hatten nur wenige und auch ziemlich geduldige Leute stehen, das ging absolut. Eine halbe Stunde wäre mir persönlich zu lange – um an einer Aussicht oder für ein Foto anzustehen. Sind schon seltsame Tendenzen, die sich da im Tourismus entwickeln. Falls Du jedoch mal hier hoch wanderst, stell´ Dich drauf ein, dass dies passieren kann.

Mit vielen genussvollen Aussichtspausen klettern wir nun zunächst die Stufen und dann den wurzeligen Hang zurück nach unten. Ich muss sagen, wir hatten ein ziemliches Happy-Gefühl im Bauch, als unsere Füße unten wieder auf Asphalt landeten. Insofern möchten wir an dieser Stelle eine Empfehlung für den Aussichtspunkt Rampestreken aussprechen.

Alternative zum Aufstieg

Erfreulicherweise gibt es auch eine Alternative zu diesem fürchterlich steilen Aufstieg. Mit der Gondel kannst du recht bequem auf den Berg fahren, musst dann jedoch auch noch ein paar Minuten absteigen, um zur Aussichtsplattform zu gelangen. Das ist sicherlich für Touristen von Kreuzfahrten interessant, die Molde oder Andalsnes auf eigene Faust erkunden wollen und dennoch ein wenig auf die Zeit achten müssen.

Vielen Dank, dass Du auch heute mit uns virtuell gereist bist. Schau gern in Kürze wieder hier hinein. Besonders die Berichterstattung zu Norwegen hat ja eindeutig noch Luft nach oben – kurzum, da wird noch einiges kommen.

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