Tripp Tipp

Wanderung Katharinenholz Potsdam

Lesedauer 7 Minuten

Das kleine und stadtnah liegende Wäldchen Katharinenholz Potsdam ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Potsdamer Wald- und Havelseengebiet. Das verspricht eine kurze Auszeit in waldreicher Umgebung und so ist es auch. In diesem Beitrag nehmen wir Dich mit auf diese wunderschöne Wanderung, welche ich als eine der schönsten Stadtwanderungen in Potsdam empfinde. Mittlerweile taucht genau diese Tour sogar im Programm ortsansässiger Wanderführer auf… das will was heißen. Aber nun los:

Start der Tour ins Katharinenholz Potsdam

In einer bunt gemischten Gruppe von 7 Leuten starten wir am Johan-Boumann-Platz in Potsdam/Bornstedt. Hier hält die Straßenbahn Nummer 92 und es gibt eine Menge Gelegenheit, sich noch mit Proviant einzudecken. 3 Bäcker (Exner, BioBäcker Fahland und Bäckerei Lila im Rewe) außerdem die Supermärkte Rewe und Penny sowie Rossmann und ein Dönerstand.

Ruinenberg

Zunächst starten wir Richtung Ruinenberg. Nachdem wir den kleinen Anstieg gemeistert haben, bestaunen wir die Theaterwand und den Normannischen Turm. Wenn Du ganz großes Glück hast, erwischst Du einen der wenigen Tage, wo der Turm für Besichtigungen geöffnet ist. In meinem Beitrag zu den schönsten Aussichten von Potsdam habe ich mehr darüber berichtet. Wir umrunden das Wasserbassin, welches Friedrich zur Bespielung der Fontänen im Park Sanssouci hat bauen lassen. Sportliche Leute können auf die zwei Eisenpoller klettern und mal reinschauen.

Lass Dich nicht allzusehr von der antiken Kulisse täuschen. Friedrich mochte es pompös und auch schick und hat sich dieses Arrangement bauen lassen. Täuschen echt, wie ich finde.

Dann erschließt sich uns die erste Sichtachse zum Schloss Sanssouci. Oft stehe ich hier und träume mich in die Weite. Wir verweilen heute jedoch nur kurz, denn wir wollen ja ins Katharinenholz Potsdam. Wir wandern nun den Berg hinunter und weiter zur Historischen Mühle.

An der Historischen Mühle angekommen, müssen wir uns durch die quierlige Szenerie von Touristen schlängeln, welche regelmäßig und in unzähligen Bussen nach Potsdam gebracht werden. Was für ein Luxus, dass wir den Schlosspark genau vor der Haustür haben. Wir gehen am Eingang der Mühle vorbei.

Die Straße heißt “An der Orangerie”. Rechter Hand befindet sich das Besucherzentrum Historische Mühle. Das ist eine gute Gelegenheit, die Toiletten zu benutzen. Ein paar Meter nur und dann gehen wir leicht links den Weg hoch in den Park Richtung Orangerieschloss. Kurz bevor wir dort ankommen, gibt es noch diese kleine Aussichtsterasse zum Nordischen Garten.

Ausblick Richtung Park Sanssouci / Nordischer Garten

Nur wenige Minuten später erreichen wir das berühmte Orangerieschloß, welches auch Neue Orangerie genannt wird. Für mich eines der schönsten Schlösser in Potsdam. Wunderschöne Blüten und sogar Palmen in großen Pflanzkübeln zieren den Garten. In großen Pflanzhallen überwintern sie im Orangerieschloß. Wir pressen unsere Nase an die Scheiben der riesigen Hallen. In der einen werden gerade Stühle aufgebaut, während es in der anderen ausschaut, wie in einer Gärtnerei. Weiter oben steigen die ersten Touristen auf die Aussichtsplattform, welche erst seit kurzem wieder begehbar ist. Fest nehme ich mir vor, dass ich das Schloss bald mal von innen besichtigen möchte. So langsam wird es schwül, vorsichtig luge ich nochmals auf die Wetter-App. Bis zum Morgen war noch unklar, ob wir überhaupt starten können. Doch auf der App sieht es unbedenklich aus.

Orangerieschloß Park Sanssouci Potsdam

Die nächste Station ist das Belvedere auf dem Klausberg. Die Strecke führt angenehm schattig durch den Park. Riesige Eichen und Buchen säumen den Weg. Hier, nur wenige Minuten vom Hauptgeschehen des Sanssouci-Parks, treffen wir heute keinen einzigen Mensch. Schon aus diesem Grund möchte ich diesen Weg empfehlen. Wir queren als nächstes die Amundsenstraße um die Lindstetter Chausee weiterzugehen. Hier stoßen wir direkt auf das in Vergleich eher unscheinbare Schloß Lindstedt, welches Besucher kostenfrei zu einem Spaziergang in seinen kleinen Garten einlädt.

Schloß Lindstedt Potsdam

An der Mauer recken sich die Weinreben dem Sonnenlicht entgegen.

Wein am Schloß Lindstedt

Nur wenige Meter nach dem Schloß halten wir uns leicht links und biegen in diesen Trampelpfad quer über die Wiese ein. Wir sind auf direktem Kurs ins Katharinenholz Potsdam. Dieses Waldgebiet liegt zwischen den Potsdamer Stadtteilen Eiche, Bornstedt und Bornim.

Weg Richtung Katharinenholz Potsdam

Gleich nachdem wir das Katharinenholz betreten haben, stehen wir am “Großen Düsteren Teich”. Da es gestern ausgiebig geregnet hat, ist das Gewässer erstaunlich voll. Eiszeitlich entstanden gelten die Düsteren Teiche mittlerweile als Flächennaturdenkmal. Der Kleinere von beiden ist leider durch zunehmende Verlandung von Austrocknung bedroht.

Großer “Düsterer Teich” Katharinenholz Potsdam

Während wir so an der Wasserkante stehen, schlängelt sich eilig eine Ringelnatter ins Wasser. Auf dem Rückweg werden wir sie nochmals sehen, schön. Außerdem sind noch eine Menge Kaulquappen und auch Blutegel im Wasser. Weiter hinten quakt ein Frosch.

Wanderweg Katharinenholz

Wir lassen die Teiche rechts von uns liegen und halten uns auf dem breiten Weg entlang der alten Betonmauer. Zu gern würde ich wissen, was sich dahinter verbirgt oder verborgen hat. Weiß das jemand? Dann immer rein damit in die Kommentare. Der Weg führt uns Richtung Kahler Berg. Den “Weg nach Bornim” überqueren wir und kurz bevor der Weg deutlich zum Kahlen Berg ansteigt, biegen wir rechts ab. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, sich als Ortsunkundiger im Katharinenholz Potsdam zu verlaufen. Ich freue mich also wieder einmal über meine Lieblingsapp: maps.me – in welcher alle Wege des Holzes verzeichnet sind.

Wir bestaunen riesige Baumpilze, überhaupt die unglaublich hohen Bäume und die vor allem durch Vogelgezwitscher erstellte natürliche Geräuschkulisse. Just in diesem Moment philosophiere ich kurz mit einer Mitwanderin, was genau nun eigentlich GLÜCK bedeutet. Allein die Freiheit, heute an solch einem schönen Ort zu sein, ist für uns Glück. Da sind wir uns schnell einig.

Schon bald stehen wir am “Kleinen Düsteren Teich” und diskutieren, ob das Grüne nun Wasserlinsen sind oder doch Entengrütze. Die Potsdamer mit ihrem ureigenen Sprech überstimmen mich. Gut, es ist Entengrütze 😉

Kleiner “Düsterer Teich” Katharinenholz Potsdam

Und dann werden wir von dieser Waldbewohnerin überrascht. Ganz ruhig liegt sie da und lässt sich von uns fotografieren. Eine Blindschleiche. Wir sind wirklich verwundert, warum sie sich bei unserem vielfüßigen Getrampel nicht davon geschlichen hat.

Blindschleiche im Katharinenholz Potsdam

Im großen Bogen um die Teiche, erreichen wir nun wieder den Großen Düsteren Teich. Es ist windstill und so ergibt sich diese wunderbare Spiegelung auf dem Wasser.

“Düstere Teiche” Katharinenholz

Wir halten uns nun wieder Richtung Amundsenstraße und treffen auf das kleine und das wohl eigentlich düstere Geheimnis des Katharinenholzes. Die ehemaligen Schießanlagen. Lange Erdwälle durchziehen das Gelände und mehrere dieser Schießwände stehen verlassen, teils umwuchert im Wald.

alte Schießwand Katharinenholz Potsdam

 

alte Schießwand Katharinenholz

Nun ist es nicht mehr weit und wir erreichen die im Jahre 1843 gebaute Teufelsbrücke oder in der Langversion Teufelsgrabenbrücke. 8 Meter hoch überspannt sie den sogenannten Teufelsgraben.

Teufelsbrücke Bornstedt

Auf dieser Wanderung jagt ein Highlight wirklich das Nächste. Kaum haben wir die Brücke überschritten, erreichen wir den berühmten Bornstedter Friedhof mit der Kirche Bornstedt. Ich fühle mich direkt in die italienische Architektur entführt

Kirche am Friedhof Bornstedt

Wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Krongut Bornstedt. Hier gibt es ein paar schnuckelige Lädchen zum Stöbern, ein Cafe und kleine Tiergehege. Sozusagen die Möglichkeit der Einkehr. Ein paar Ziegen und andere Tiere gibt es auch.

Krongut Bornstedt

Zum Beispiel seltene weiße Pfaue.

weißer Pfau im Krongut Bornstedt

Schlussendlich kehren wir zum Johan-Boumann Platz zurück. Hier belohnen wir uns mit einem Stück Kuchen und Kaffee in der Bäckerei Exner. Die einzige Bäckerei, welche auch am Wochenende geöffnet hat und dem Kiez somit zumindest ein klein wenig Leben einhaucht. Der aufkommende Sturm zerstreut uns in alle Richtungen.

Fazit zur Wanderung durchs Katharinenholz Potsdam: Eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Mal mit Sightseeing-Charakter durch Potsdams Geschichte und dann wieder ganz naturnah.

  • Streckenlänge: 11 Kilometer (Trackingapp: Runkeeper)
  • Startpunkt: Johan-Bouman-Platz Potsdam (Tram 92 Richtung Kirchallee)
  • Parkmöglichkeiten: in den umliegenden Straßen vom Johan-Bouman-Platz
  • Radabstellmöglichkeit an gut frequentierter Stelle bei Rewe oder Rossmann

Schön war es. Vielen Dank an die Mitwanderinnen und Mitwanderer!

 

 

Eine der Mitwanderinnen war Kerstin. Schaut mal, was sie noch so über die Tour berichtet.

Und augenscheinlich sind auch andere Wanderbegeisterte der Tour schon gefolgt, freut mich, wenn mein Blog zur Inspiration taugt.

 

 

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