Tripp Tipp

Kleinwalsertal – Eine Wandertour im Wildental

Kleinwalsertal
Lesedauer 5 Minuten

Heute habe ich wieder mal ein kleines und für mich unerwartetes Bonbon für Euch. Da öffne ich so mein e-mail Postfach und was finde ich da? Diesen wunderschönen Wanderbeitrag aus dem Kleinwalsertal. Verfasst hat ihn meine ebenfalls dem Reisen verfallene Schwester Anja Hintringer. Hier macht sie sich nun also auf den Weg und steigt mit uns zu einer Tour ins Wildental. Eine schöne Abwechslung zu ihrem Reisebürocounter, hinter dem sie sonst sitzt und anderen tolle Reisen verkauft. Genug der Vorrede – vielen herzlichen Dank an Dich Anja und Achtung… jetzt geht es los:

Kleiner Überblick zum Kleinwalsertal

Das Kleinwalsertal gehört geografisch zu Österreich / Vorarlberg. Erreichbar ist es nur über eine Straße aus dem Allgäu von Oberstdorf kommend. Der Name leitet sich von den Walsern ab. Diese besiedelten aus Wallis kommend ab dem 13. Jahrhundert das Tal. Es ist ein lohnendes Reiseziel, da von leichten Wanderwegen bis zum schwierigen Klettersteig alles vorhanden ist. Es gibt Sessellifte und Bergbahnen. Ein kleines Tal mit unglaublich vielen Facetten.

Und schon geht die Wanderung los

Von Mittelberg Ortsteil Höfle von ca.1120m kommend passieren wir den kleinen Ortsteil Wäldele und wandern weiter recht steil bergan ins schöne Wildental hinein. Den Talschluss bilden unter anderem die 3 Schafalpenköpfe. Über sie führt der Mindelheimer Klettersteig.

Foto: © A. Hintringer / Kleinwalsertal

Wir passieren auf 1280m die sonnig gelegene und bewirtschaftete Innere Wies-Alpe. (Am letzten Urlaubstag kehren wir übrigens hierher zurück und kaufen für Zuhause leckeren Käse und deftige Wurst aus eigener Herstellung – unbezahlte Werbung.) Gemächlich geht es nun erst einmal weiter bergan durchs Tal.

Kühe im Kleinwalsertal
Foto: © A. Hintringer Kühe im Kleinwalsertal

Wir passieren Alpflächen, Wasserfälle und kleine Bäche und erreichen die pittoresk im hinteren Tal auf 1390m Höhe gelegene Flucht-Alpe.

Flucht-Alpe Kleinwalsertal
Foto: © A. Hintringer / Flucht-Alpe

400 Jahre alt ist diese urige Hütte. Viele Wanderer nutzen die gut besuchte Alpe zur Einkehr. Wir haben heute Wanderproviant dabei. Hunger verspüren wir noch nicht. Also beschließen wir, weiter zu gehen und die Pause später einzulegen. Der Wanderweg führt uns direkt durch den bewirtschafteten Außenbereich der Alpe. Dahinter geht es steil auf einem Zick-Zack-Weg bergan.  Nach circa einer Stunde  Aufstieg und knurrendem Magen kommt er gerade recht… ein halber Baumstamm als Bank wird gerade frei und nun zu unserem Picknickplatz.

Foto: © A. Hintringer / Picknickplatz mit Wolkenblick

 

Kleinwalsertal
Foto: ©A. Hintringer / Wolken im Kleinwalsertal

…schöne Aussichten inklusive. Die Sonne kommt heraus und durch die sich immer wieder auflockernden Wolken gelingt der Blick bis ins Tal nach Mittelberg und auf die gegenüberliegenden Berghänge von Elfer- und Zwölferkopf. Wir genießen es und wissen zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es eine weitere Stunde sehr steil aufwärts gehen wird…

Foto: © A. Hintringer / Pusteblume

Die Wege sind mal glatt, feucht und rutschig, mal wurzelig und oft sehr steinig und manchmal nur passierbar mit Händen und Füßen. Wir empfehlen unbedingt gute knöchelhohe Wanderschuhe.

Foto: © A. Hintringer – in Aktion

Der höchste Punkt der Wanderung – die Wannenalpe

Und dann sind wir am höchsten Punkt der Wanderung auf 1821m angelangt. Die Wannenalpe – eine Hochalpe – ist erreicht. Sie liegt über der Baumgrenze und ist (das ist eher selten) aus Stein gebaut. Vermutlich war der Baustoff leichter zu beschaffen als Holz. Wir stellen uns vor, wie beschwerlich es gewesen sein muss, diese Hochalpe zu bewirtschaften. Die Alpflächen über der und um die Wannenalpe werden heute noch als Weideflächen genutzt. Die Alphütte selbst ist nicht mehr bewirtschaftet. Wir genießen einen Moment der Stille hier oben.

Von hier aus ist zusätzlich der Aufstieg zur Walser Hammerspitze auf 2170m Höhe möglich.

Wannenalpe
Foto: © A. Hintringer / Wannenalpe Kleinwalsertal

Wir gehen weiter in Richtung Alpe Kuhgehren. Es geht ab jetzt ca. 150m bergab. Auch das kein leichter Spaziergang. Über größere Felsbrocken geht es teils steil hinunter. Nach ca. 45min – wir sind nun „gemütlich“ unterwegs – erreichen wir unser letztes Etappenziel der heutigen Wanderung.

Alpe Kuhgehren
Foto: © A. Hintringer / Alpe Kuhgehren

Von der Kuhgehren Alpe aus werden wir mit schönen Aussichten aus 1673m Höhe ins Kleinwalsertal belohnt. Nach einer kurzen Einkehr (es bläst ein kalter Wind und die Sonne ist leider nicht mehr so stark) starten wir unseren Zick-Zack-Abstieg nach Höfle und kommen müde und glücklich auf 1120m Höhe an.

Blick nach Mittelberg im Kleinwalsertal
Foto: © A. Hintringer / Blick von der Alpe Kuhgehren nach Mittelberg

Eine anstrengende, herausfordernde und schöne Wanderung im und oberhalb des Wildentals liegt hinter uns. Klare Empfehlung für diese Tour! Nehmt genug Wasser und etwas zu Essen mit, zieht gutes Schuhwerk an, packt Wetterjacke, Fleece und Fernglas ein! Dann sollten die ca. 700 Höhenmeter gut gelingen.

Viel Spaß!

Anmerkung der Redaktion 1: Als Kartentipp empfiehlt Anja Euch die „Zumstein Wanderkarte Kleinwalsertal im Maßstab 1:25 000“

Campercontent: Und sogar an uns Camper hat Anja gedacht – es gibt im Baad einen Camping- / Caravanplatz. 

Anmerkung der Redaktion 2: Wow, vielen Dank, dass scheint eine echt schöne Wanderung zu sein.

Hier kommt Ihr zu den anderen Beiträgen, die Anja schon für meinen Blog verfasst hat….

 

  1. https://www.tripp-tipp.de/das-baybachtal-traumschleife-im-hunsrueck/
  2. https://www.tripp-tipp.de/auf-ins-unbekannte-allgaeu/
  3. https://www.tripp-tipp.de/eine-ueberraschend-schoene-reise-nach-oesterreich-im-september-2017/

 

Und vielen Dank, dass Ihr auch heute wieder virtuell mitgereist seid. Möchtet Ihr auch mal eines Eurer Urlaubserlebnisse hier im Blog veröffentlichen? Ich bin für Gastbeiträge offen – meldet Euch jederzeit bei mir!

Weitere Infos zum Kleinwalsertal findet Ihr hier:

https://www.kleinwalsertal.com/de

 

2 Kommentare

  • Liebe Sandra,

    da beneide ich deine Schwester. Die Tour wäre ich auch gerne gewandert. 🙂
    Im letzten Jahr war ich am Lechweg unterwegs, der in Vorarlberg startet. Ich hab mich gleich vom ersten Moment in das Bundesland verliebt. Auch ich war in einer Walserregion unterwegs, nämlich in der Walsersiedlung Bürstegg. Mei war die Landschaft ein Träumchen.

    LG aus Graz,
    Janine

    Antworten
    • Hallo Janine,

      lieben Dank für Dein Feedback – und ja, da kann ich mich Dir nur anschließen. Da kommt wirklich ein klein wenig Neid auf 🙂
      Vorarlberg kenne ich mich nicht wirklich aus… es gibt tausend Möglichkeiten.

      Lg Sandra

      Antworten

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